Stenkelfeld goes geocaching

Eben las ich ein bisschen und musste sehr lachen. Ich mag Geschichten aus Stenkelfeld und will sie Euch nicht vorenthalten:

Stenkelfeld – Weihnachtsbeleuchtung
Sonntag, 1. Advent, 10 Uhr
In der Reihenhaussiedlung Önkelstieg lässt die Rentnerin Erna B. durch ihren Enkel Norbert drei Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus. Die Freude ist groß.
10:14
Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die provokante Weihnachtsoffensive im Nebenhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des zehnarmigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung Önkelstieg im besinnlichen Glanz von 134 elektrischen Fensterdekorationen.
19:03
Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Sottrup-Höcklage registriert der wachhabende Ingenieur irrtümlich einen Defekt der Strommessgeräte für den Bereich Stenkelfeld-Nord, ist aber zunächst noch arglos.
20:17
Den Eheleuten Horst und Heidi E. gelingt der Anschluss einer Kettenschaltung von 96 Halogenfilmleuchten durch sämtliche Bäume ihres Obstgartens an das Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt des Orginals. Und was hat dies mit Geocaching zu tun? Garnichts, es sei denn wir übertragen dies auf unser Hobby. Ich versuche es mal:

1. April:

Klausi hat bei Kika was übers Geocaching gesehen und erzählt seinem Papa Peter Böckenstieg davon. Dieser fühlt sich sofort in seine Kindheit versetzt und erkennt die Möglichkeiten, allerdings erst, nachdem er sich per Internet gut eingelesen hat. Nach zwei Tagen intensiven Rückzuges fühlt und denkt er wie ein Cacher. „Was die können, kann ich auch!“ ist sein Motto.

3. April:

Papa Böckenstieg besucht seinen alten Schulfreund Hennes Schmittkoetter. Dieser hat in Stenkelfeld ein kleines Fotostudio. Im Gespräch kommt er wie zufällig auf Filmdosen. Schmittkoetter wundert sich zwar, gibt aber nach kurzer Erklärung 20 Filmdosen an seinen Schulfreund. Kaum hat dieser den Laden verlassen, schliesst mitten am Tag das Fotostudio. Als Begründung hängt ein Schild in der Tür „Wichtige Privat-Mission!“ – schliesslich sind alte „Schulfreunde“ nicht immer beliebt und erst recht dürfen sie in nix besser sein, als man selbst.

4. April:

Stenkelfeld hat seinen ersten Cache. Und was für ein tolles Teil… ein Filmdöschen unterhalb einer Telefonzelle. Mitten inner Stadt. Ab sofort wird diese von zahllosen FTF-Jägern umringt… komisch nur, es sind alles alte Schulkollegen von Böckenstieg. Das weiss er ganz genau, denn er hat sich hinter einem Gebüsch versteckt, um den Moment auszukosten. „Der Schmittkoetter hat geplaudert!“.

6. April:

6 weitere Caches in Stenkelfeld. Sogar der erste small. Den hat Lisa Willenbrek versteckt. Darin sind einige Ü-Eierfiguren, die sie ihren Kindern gemopst hat. Man muss schließlich Prioritäten setzen! Die ersten Cacher von außerhalb fallen ein. „Stenkelfelds First“ muss dringend gewartet werden. Die Telefonzelle sieht aus, als wäre ne Bombe exlodiert. Sie liegt auf der Seite, als wollte sie sagen „Was habt ihr mir nur angetan?“ Die Herren des Pinken T haben sich geweigert, noch mehr Reperaturen an dem „Drecksteil“ (O-Ton) vorzunehmen. Da verschenken sie doch lieber kostenlose Notfall-Handys und klemmen die Leitung ab!

10.April:

Stenkelfeld hat seinen ersten Multi. Quer über den Acker von Bauer Jost geht eine tiefe Schneise. Im Zickzack wurden PETlinge im Boden versteckt. Die Tarnung, unter einem Maiskolben legt eine neue Marschroute für Nacheiferer fest. Bauer Jost hat sein Gewehr vom hiesigen Schützenverein mit nach Hause genommen. Haus und Hof sind bedroht!

17. April:

Der erste Cacherevent vom Stenkelfelder Urvater Böckenstieg bei Wullners in der Gaststube. Das halbe Dorf ist anwesend. Der Rest muss leider daheim bleiben, wegen der Kinder bzw., das geben die wenigsten zu, um neue Locations auszumessen und Listings zu erstellen. Der erste TB ist in Stenkelfeld eingetroffen. In einer ruhigen Minuten wird dieser jedoch vom Wirt gemuggelt. Als dies bekannt wird, entsteht Tumult. Resultat: Das Gasthaus „Zum Schwanenkrug“ bleibt geschlossen wegen Grundsanierung!

25. April:

Mittlerweile hat Stenkelfeld einen festen Platz bei GC. Ein Reviewer ist bei Böttgers im Ferienhaus eingezogen. Deshalb kann innerhalb von Minuten freigeschaltet werden. Allerdings stellt sich nun das Problem der Abstandregel, denn mittlerweile gibt es in und um Stenkelfeld 278 Caches. Darunter sind 27 Multis 17 Fragezeichen und seit 13.51 Uhr auch der erste Webcamcache. War klar, Heinz Krumskamp, der Elektiker, hat seine Ladenkamera umfunktioniert. Damit es nicht „am gewerblichen Cache“ scheitert hat der Reviewer nun einen neuen Fernseher mit allem technischen Schnick und Schnack.

13. Mai:

Stenkelfeld ist dicht. Hier geht nix mehr. Wie gut dass es noch Verwandte im Nachbardorf gibt!

23 Mai:

Die ersten Dosen gehen ins Archiv. Dem Pinken T sind die Notfallhandys ausgegangen. Außerdem hat sich das E-Werk durchgesetzt. Die Stromkästen in Stenkelfeld werden wegen der enorm hohen Wartungskosten eingespart. Da verbuddelt man lieber unterirdisch. Das spart Kosten und Ärger.

17. Juli:

Garmin gründet eine Zweigstelle in, ratet, Stenkelfeld! Zur Eröffnung bekommt jeder Besucher (von denen es so einige gibt) eine Dose weisse Bohnen und einen Chirp geschenkt. Die Filliale ist zwar klein, aber dafür direkt neben dem Büro von Groundspeak und Google. Per Streetview ist nun alles abfotografiert, aussen das Haus von Tscheuners. Die wollten sich ja eh was Neues suchen, dieses Muggelpack, diese Spassbremsen!

08. August:

Der erste Earthcache. Dafür haben alle Stenkelfelder einen riesigen Staudamm gebaut, zementiert und anschließend auf  altes Gestein getrimmt. Die Gemeinde ist superstolz. Die Wahl des Owners hatte eine größere Beteiligung als die letzte Bürgermeisterwahl. Konrad Astweser, der Glückliche hat das Rennen gemacht. Es gibt schon zig Adoptionsanfragen für den Fall seines Ablebens.

27. September:

Endlich hat Honselkrams Jüngster sein IT-Studium fertig. Zum Dank macht er Stenkelfeld zum Mekka der „Wherigo-Fans“.

01. Oktober:

Stenkelfeld lädt ein… Dies ist die neue Aktion der ansässigen Sparkasse. Eine Gruppenreise nach Fehmarn. Bezahlt werden kann entweder in Coins oder Locations. Ein Broker wurde extra eingestellt, um Locations an der Stenkelfelder Dosenbörse zu handeln. Die Margen sind beachtlich!

15. November:

Das Vorbereitungstreffen zum ersten Stenkelfeld-Weihnachtscacher- Marathon am 24.12.10 sind im vollen Gange. Die Dräthe glühen heiss, aus aller Welt kommen Anfragen.

26. Dezember:

Stenkelfeld kann wieder bedost werden. Bei der Wahnsinnsaktion am gestrigen Heiligabend, haben es die auswärtigen Cacher wirklich übertrieben. Hier hat keiner fair getradet. Die Bewohner der Stadt und weitläufigen Umgebung stehen vor dem finanziellen Aus. Alles weg! Über den Dächern von Stenkelfeld breitet sich eine seltsame Ruhe aus. Gemeinsam stehen sie an Feuertonnen, wo alte Logbücher verbrannt werden und singen Lieder der Dosenfischer. Sie singen vom Frieden auf Erden und FTFs für alle!

Ich wünsche Euch allen, meine lieben Kolleginnen und Kollegen ein ganz tolles Weihnachtsfest!

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5 Gedanken zu „Stenkelfeld goes geocaching

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