Quartalscacher-Nachlese

Gestern war es das erste mal soweit. Quartalscacher. Voll war es, lecker gegessen, viel geplauscht, neue Kollegen kennengelernt, alte Bekannte wiedergetroffen. Es war nicht das letzte mal. Danke für Euren Besuch!
Das wars? Nein, mit Sicherheit nicht, aber dies ist eine Möglichkeit Rückschau zu halten. Ich werde es mal auf eine, nämlich meine Art machen…

Die kleine Kneipe
Bodo Stubbekamp freute sich. „Endlich Wochenende!“ , sagte er zu seiner Rita. Schalke gegen HSV. Klasse. Er machte es sich in seinem Sessel gemütlich. „Rita holste mich mal nen Bier!“ die Füsse auf den Tisch und in freudiger Erwartung lächelte er Richtung Küche. „Wat? Fussball, nix da. Gleich kommt die Tina. Wir gucken hier Tirdy Tanzing. Ein toller Film, kannste mitschaun!“
Im Leben nicht, eher tot überm Zaun hängen, dachte Bodo sich und flüchtete in seine Stammkneipe. Da hat man seine Ruhe. Siggi Stutz sass schon da, den Kopf abgestützt und Blick auf die Kiste. Otto kam vom Klo „Noch nen Pils!“ und lies sich daneben auf den Hocker plumpsen. Da sass sie, die Altherrenriege in trauter Asylharmonie.

Die Tür ging auf, wie auf ein geheimes Zeichen drehten sich alle Köpfe Richtung Eingang…Bauch rein, Brust raus. Damenbesuch. Ein Lächeln, nein dreier davon. Was macht die denn hier, dachte sich Bodo. Zeit zum Schauen hatte er allerdings nicht, denn die Dame (übrigens ganz in Schwarz) huschte flugs nach oben. Wenige Minuten später kam sie wieder runter, Tür auf und raus. Na, das war aber nen kurzer Besuch, dachte er, da ging die Tür schon wieder auf. Vollgeladen mit ner Kiste kam die „Schwatte“ schon wieder. Doch bevor Bodo oder einer der Herren behilflich sein konnte, wollte, durfte, war sie schon wieder weg. Die Herren schauten sich fragend an. Der Blick huschte zum Fernsehen. Rumms. Alle zuckten zusammen, Gilsebrechts Kurt wäre vor Schreck fast vom Stuhl gerutscht. Und schon wieder die Frau in schwarz. Mit so nem laaaaangen Holzbrett. Jetzt grübelte Bodo aber mal so richtig. Überhaupt war heute viel Unruhe und oben im Saal rumpelte es. „Was ist denn hier los?“ fragte er den Wirt. „Da treffen sich ein paar Leute. Ävent, was immer das auch sein mag.“

Dann dauerte es nicht lange und es war wie auf nem zugigen Bahnhof. Andauernd ging die Türe auf. Total unbekannte Leute, dachte sich Bodo. „Die kommen von auswärts!“ stellte Hennes Tramer fest. Klugschiesser, dachte sich Bodo. Als dann sogar einer mit nem Stück Schlauch kam und hintenran ein, er rieb sich die Augen, pink bemützter, dachte er sich, jetzt schau ich aber selbst nach.
Mit seinem Bierchen in der Hand schlich er nach oben. Keiner schaute ihn genauer an, er fiel überhaupt nicht auf. So stand er, machte einen auf total unschuldig in der Ecke. Erst wollte er noch pfeifen, sparte es sich aber.

Ach was roch das hier oben lecker. So viel Grillage und Salat, sein Magen hing auf halb acht. Da saßen so viele Leute an den verschiedenen Tischen und quatschten und quatschen. Er konnte Dinge aufschnappen, wie aus einer anderen Welt. Von „Schätzen“ war da die Rede. Da hörte er aber ganz genau hin. So richtig reich sahen die aber nicht aus. Komisch, der eine hatte doch was von über tausend Schätzen gesagt. Das kann ja nix gewesen sein.
Auf einmal stand Bodo im Rampenlicht und konnte fast nix mehr sehen. Was ist denn jetzt los??? Boh was für ne Lampe, hörte er. Da testeten die Taschenlampen. Sein Blick schweifte rum… Eine Truhe auf dem Tisch. Unauffällig schlich er sich ran. Was ist das denn für komisches Geld. Die Währung habe ich noch nie gesehen. „Coin“ schnappte er auf. Ach dat kommt bestimmt von Coinesien.
Und was die alle so schrieben? Ein wirklich komisches Volk. Die hatten ohne Ende Spass. Viele von denen machten an ihrem Handy rum und quatschen dabei. Er konnte das Grinsen nicht unterdrücken. Seine Rita täte sagen „Na wat ne unerzogene Bande. Mit dem D-Zug durche Kinderstube!“ Hier schien das keinen zu stören. Kinder waren auch reichlich dabei. Kennt man ja bei Feiern. Die langweilen sich dann immer, wenn die Erwachsenen nur quatschen. Anders hier. Die hatten ne ganze Ecke zum Spielen. Und sogar Erwachsene spielten mit (dafür war das lange Brett gut). Zwischendurch blitzte es, weil Fotos gemacht wurden. Dann rannte noch jemand rum und fragte ihn nach seiner Handynummer und murmelte was von Telefonjoker. Klar, sagte er. Ich wollte schon immer mal zum Jauch inne Sendung.

Irgendwann wurde er dann angesprochen. Fragen über Fragen. Nick? Woher er denn käme… ach vor Ort. Eigene Homezone schon sauber? Gib mir mal nen Tipp zum Schäferhund? Er verstand nur Bahnhof. Aber auch das schien hier kein Problem zu sein. Ein Mann hatte seinen Klappcomputer mitgebracht. Er schlich sich ran … geocaching.com. Das sah aber interessant aus. „Kannst Dich gleich einloggen!“ sagte ein jungscher Typ zu ihm. Das war sein Stichwort. Er hatte genug gehört. Das musste er seinen „Thekenkollegen“ erklären.

Nach ein paar Minuten sagte der Wirt zu ihm „Bodo, ich denke für heute hast Du genug getrunken!“ Die Altherrenriege schaute ihn aus glasigen Augen an und johlte vor Lachen. „He, Bodo ist schon 1. April?“
Brummelig ging er nach Hause. Der Rita brauchte er davon auch nix erzählen. Die hatte so nen verträumten Gesichtszug und schwärmte was von Hüftschwung und Patrick.
Er setzte sich an den Computer. Internetsuche, geocaching.com, Event… und dann ward er nicht mehr gesehen.

So war das in der (nicht so) kleinen Kneipe

P.S.: Ich bitte kleinere künstlerische Freiheiten in Kauf zu nehmen. Der nächste Quartalscacher zur Realitätsüberprüfung kommt bestimmt!
Fotos sind hier später auch alle zu sehen. Bitte um Geduld.

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3 Gedanken zu „Quartalscacher-Nachlese

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