Furios oder Fail?

Frau Schatz meint es sei mal wieder Zeit für eine Geschichte. Was zum Frühling, lustig und mit Bildung. Drei Wünsche auf einmal? Geht nicht? Geht doch – Bitte sehr!

Fred F. und seine Lieben sind seit neustem in der Geocache-Szene unterwegs. Sie nutzen das coole App für Freds neues iphone. Gelesen über das, was sie machen, habe sie nicht wirklich viel. Egal, denkt Fred, ich bin nen Kerl und krieg es hin. Sieht man ja an der Hürde des Account-Erstellens. Alles in Englisch. Jetzt hat er sich daran so lange vorm PC den Hintern platt gesessen. Die ungeduligen Kids nölend im Nacken. „Papa ich will wieder chatten!“ „Ich spiele lieber DS. Spazierengehen ist dooooof!“
Seine Holde in Stöckelschuhen und Kampfbeschminkung. „Ich hab da nen nettes Cafe rausgesucht. Da kann man schön draußen sitzen!“
So viel zum Thema Erwartungen. Fred will Abenteuer, raus, Natur, schwitzen und hat sich nen Tradi im Wald rausgesucht. Von Cachebewertungen, egal ob Schwierigkeit oder Terrain hat er keine Ahnung. Viele Sterne sind eben besser als wenige, ist sein Motto. Dementsprechend hat er einen D4 und T4 ganz in der Nähe rausgesucht. So ne gelbe Kiste. Gelb ist die Gefahr. Spannender als Grün!
Familie F. darf, kann, muss nun in den Wald. Der Kompass sagt 500 Meter. Ok, dann man los. Fred wälzt sich durchs Unterholz. Den Blick aufs Gerät geheftet. Ohne Rücksicht auf Verluste wird mal eben ne breite Schneise gezogen, denn seine Lieben müssen ja schließlich mit. Er ist der „Guide“,der „Beschützer“ der „Ich-habe-Feuer-gemacht!“.
Verluste, sagen wir mal kleine Rückschläge, sind vorprogrammiert. Zunächst einmal stolpert Fred über ne Baumwurzel, die er im Eifer garnicht bemerkt hat. Im hohen Bogen fliegt das iphone. Dann muss die Familie das erste mal suchen. Nicht etwa ne Station, sondern die Technik (die es oh Wunder ohne Macken überlebt hat). Das Gerät liegt weich in einem großen Ameisenhaufen. Aber für Fred kein Thema. Nen dicken Ast gesucht und dann runtergepuhlt.
Anna F. das Luxusweibchen jammert. Laufmasche, dreckige Schuhe, Blasen, Fliegen, Make up verlaufen. Das sind Schicksale.
Tina F. offen und neugierig. Sonst kleben die Jungs an ihr, jetzt sind es die Zecken. Kevin F., das dicke Kind der Sippe, schleppt sich zum Schluß durch dem imaginären Dschungel im Kampf gegen Klone oder sonstwas. Sein Lichtschwert ähm Ast leistet ganze Arbeit. Alles Blühende will ihn „angreifen“ und muss vernichtet werden.
Nullpunkt – Suchen. Ja, was denn? Sie drehen den Wald auf links.Eine Wildschweinrotte ist nichts gegen sie. Ohne Erfolg. Nach einer halben Stunden und viel Gemecker und Gefluche kommen erfahrene Cacher. Innerhalb von Minuten haben sie die Station lokalisiert. Eine Eichel hinter der ein Koordinatenzettel steckt. Fred ärgert sich. So was passiert ihm nicht wieder. Die Konkurrenz macht an der ersten Station ein Picknick. Fred treibt seine Meute an. „Bei der nächsten Station sind wir die Ersten!“ Gesagt getan. Am Nullpunkt angekommen schaut er sich um. Seine Familie legt sich derweil zum Trocknen in die Sonne. So lässt sich der Matsch leichter abbröseln. Tolle Abkürzung, Danke Papa!
Mit Nichtigkeiten hält sich Fred nicht auf. Er erspäht ein Vogelhäuschen. Davor sitzt ein Vieh. Er grinst. Den kennt er aus der Licher-Werbung. Alles Täuschung. Zum Glück hat er seine Zwille dabei. Er zielt. Er trifft und dann schaut er sich die „Station“ an. Er packt den toten Vogel in die Tasche. Sein Kumpel Klaus kann den sicher ausstopfen.
So zieht sich die Suche hin, bis in die Nacht. Bis der Förster mit der Waffe im Anschlag einen Warnschuss in die Luft abgibt. Bis die Polizei ihn und seine Familie nach Hause bringt. Die drei Stunden auf der Wache waren zum Aufwärmen.

Seit dem Tag hat Fred ein neues Hobby. „Wenn ich schon nicht diesen Sch… finde, dann schließe ich mich den Sportschützen oder den Kampfschwimmern oder den Rekordrasenmähern an.“ Gute Idee Fred!

Drum prüfe, wer Tradis, Multis und Location zerstöret,
ob er nicht woanders hingehöret!

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4 Gedanken zu „Furios oder Fail?

  1. Sicher überspitzt dennoch nett geschrieben.

    Was ich nicht ganz verstehe, ist dein Fazit.

    Drum prüfe, wer Tradis, Multis und Location zerstöret,
    ob er nicht woanders hingehöret!

    Das ist sicher ein frommer Wunsch und man kann sich immer wieder darüber ärgern, dass dieser „Wunsch“ manchmal nicht erfüllt wird. Und dann kann man über newbies schimpfen… und den alten Zeiten hinterhertrauern… Aus meiner Sicht ist das aber wenig hifreich.

    Das Fazit müsste aus meiner Sicht eher lauten:

    Drum prüfe ob deine Location auch solche Cacher aushält, oder ob dein Cache woanders hingehört.

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