Adieu an meine Nummer 1

Ich habe eben etwas getan, was mir echt schwer gefallen ist:

Mein erster selbstgelegter Cache „Gotteshäuser: Heilige Familie“ ist nun archiviert.

In der Vergangenheit, hat es immer wieder Kolleginnen und Kollegen gegeben, die wortwörtlich vor Ort jeden (Pflaster)Stein hochgehoben haben, obwohl es ausdrücklich im Listing steht, dass dies nicht notwendig ist. Ganz oben stand es. Dran gehalten haben sich so einige nicht. Nun hat mich der Eigentümer gebeten, dem Treiben ein Ende zu setzen. Toleranz ist gut, gesunde Knochen ohne Stolpersteine besser. Jammerschade.

So wie es meiner Nummer 1 nun ergangen ist, werden bestimmt scharenweise weitere Dosen folgen, wenn nicht endlich etwas mehr Hirn beim Suchen gebraucht wird. Da wird nur an den Fund gedacht, ohne Rücksicht auf Verluste wird wildschweinartig gewühlt und grobschlächtig zerstört. Kein Wunder, dass die Zahl der Leitplankencaches oder ähnlich gelagerter Dosen ansteigt. Welcher Owner hat schon Lust, was Tolles zu legen, wenn er andauernd nacharbeiten muss bzw. sich wohlmöglich Ärger einhandelt.

Leute Augen auf und Hirn einschalten!!!

Vom Suchen und Finden

Dosensucher, dass sind wir! Wirklich? Ist das so? Sind wir nicht eher Dosenfinder?
Mich beschäftigt seit einigen Tagen die Frage nach der Motivation von uns Cachern.
Ist es immer noch das erlösende „Hab dich!“ nach langer Suche, möglicherweise nach dem 3. Besuch?
Oder wird es zum „Gefunden – Jetzt habe ich schon x Punkte“?

Vor ein paar Tagen wollte ich flott Dosen sammeln. Als die Suche, die im Nachhinein betrachtet einfach nicht gründlich war, hatte ich keinen Bock mehr. Genau darin liegt das Übel. Die Lust auf das Suchen. Geht sie mehr und mehr abhanden? Lieber sich sofort die Hints durchlesen und nen TJ anrufen?
Ist einfach, bequem und vor allem schnell, denn ich will ja noch mehr Dosen suchen. Das ist ein Widerspruch in sich.

Ich bin Dosensucherin und möchte zum Ursprünglichen. Neugierig sein, auch mal fluchen wenn es nicht sofort fluppt. Ich will es allein schaffen, dann ist das Gefühl der gefundenen Dose, wieder genau so, wie früher. Das macht das Cachen aus. Zumindest für mich. Und ich hatte es fast vergessen.

Aber auch hier gilt: Frau Schatz ist nicht der Maßstab. Jeder nach seiner Farcon.

Gemein

Was ist auf einer Cache-Tour gemein?

Gemein ist, wenn man an einem Tradi x-mal vorbei fährt, weil eine Bergung unmöglich ist. Logisch eigentlich, wenn es sich um eine Bolzplatz-Location am Tag, in den Schulferien und bei trockenem Wetter handelt.

Gemein ist, wenn man nicht mehr weitersuchen kann, weil der Nachbar-Muggel-Opa zu neugierig ist und Frau Schatz aus dem Gebüsch kommen sieht. Da hilt nur ein „Guten Tag!“, Anschauen, der Blockwartmanier keine Aufmerksamkeit zollen und den Rückzug antreten. Wie gut dass ich kein Kerl war, denn auch dort ein Bolzplatz.

Obergemein ist, wenn man einen handwerklich schönen Tradi in der Hand hält und die Dose nicht aufbekommt. Nach mir die Sintflut ist nicht mein Cacher-Motto, also hilft hier nur der Fotolog. Mal sehen, ob ich die Freigabe bekomme (denn Anfragen tue ich auf jeden Fall).

Klasse war, dass ich endlich mal wieder ein paar Döschen habe finden können. Und über diverse Klopper muss ich selbst lachen (allerdings im Nachhinein )

Die Tücken eines D1,5

Da liegt ein flotter Tradi (so steht es in der Beschreibung). Den nehme ich mal eben mit. Denkste, aus dem „mal eben“ wird nix. Selbst nach einer halben Stunde gar nix. Bin ich blind? Bin ich einfach nur zu doof für diese Dose? Vielleicht ist sie garnicht mehr da? Genau, sie muss einfach weg sein. Diese verdammten Muggel!

Zu Hause bekommt der kleine, flotte Tradi ein DNF geloggt und wird auf die Watchlist gesetzt.
Kaum einen Tag später trudelt die erst Logmail in den Postkasten. Zwei Stunden später die nächste. Was für ein Schlag ins Kontor. Da ist die Cacherehre doch gekränkt. Das kann doch nicht sein…

Welch Motivation, um sich dem vermalledeiten Döschen jetzt sofort zu widmen. „Schatz ich muss mal eben einkaufen. Bin gleich wieder da!“
Nach einer Stunde ist Frau Schatz wieder daheim, die Laune am Tiefstpunkt, weil dieses Drecksteil sich nicht zeigen wollte.
Soll ich mir ein neues Hobby suchen? Ignorelist? Und wie zum Hohn sind im Postfach wieder Logmails meines „Piece de restistance“, meiner „Dosen-Nemesis“. Ab sofort fahre ich an der Dose vorbei. Ich brauche das Teil nicht. Basta!

Wochen später ein erneuter halbherziger Versuch. Schon lustlos drangegangen. Frei nach dem Motto „den finde ich heute auch nicht“ zur Location. Und……

Gefunden!!! So was von easy. Ein Strahlen umgibt dieses kleine Mistbiest. Es hat mich heute wahrlich angesprungen. Kann das sein??? Egal, die Welt ist schön und alles ist gut.

In dem Sinne ein Hoch auf alle doch noch gefundenen D1,5. Ihr habt keine Chance gegen Beharrlichkeit. Sonst komme ich mit dem Bagger und drehe alles auf Links!

Mission ausgeführt

Heute habe ich zum ersten mal eine GPS-Mission gespielt. Was das ist?

Ein virtuelles Spiel, bei dem ich Gold sammeln und Missionen erfüllen kann. Dazu muss ich mir lediglich die GSP-Mission-App auf mein smartphone herunterladen. Sie ist kostenlos und die ganze Nutzung ebenfalls. Weiterhin muss ich einen Account anlegen und dann geht es los.

Die Benutzung ist sehr einfach. Ich bekomme eine Karte angezeigt und um meine Position ist ein roter Kreis. Alles, was sich innerhalb dieses Radius befindet, kann ich „Aufheben“.
Kaum haben wir die App gestartet ist neben unserer Position Gold zu finden. Tim drückt auf die Goldbarren und im Display des iphones erscheint ein Aufheben-Button. Danach sieht man Berge von Gold als Bild und es klingelt in unseren virtuellen Geldspeicher. Für das nächste Gold müssen wir nur ein paar hundert Meter spazieren und sind anschließend reicher. Das zunächst doofe Spiel beginnt Tim zu gefallen. Er ist der Navigator und jetzt wollen wir die erste Mission spielen. Gut, das es hier so eine gibt.
Drücken wir mal auf das orange Häuschen. Es erscheint ein Auftrag. Wir müssen die grüne Fahne auf der Karte finden. Also los. Als wir sie innerhalb unseres Kreises haben, leuchtet uns der nächste Auftrag an. Wir sollen einen anderen Punkt finden und können unterwegs noch weiteres Gold finden. An einer Stelle ist ein Fotopunkt, an dem wir uns als Missionsteilnehmer fotografieren können. Dies wird dann automatisch in die Missionsbeschreibung eingefügt, so dass man uns im Internet bewundern kann. Diesmal haben wir leider kein Bild gemacht, denn wir sind ohne Umwege zum Missionsziel gegangen. Das Bild wollten wir später machen, da so die Wegführung für uns praktischer war.
Allerdings zeigt sich hier ein Nachteil, denn sobald die Mission beendet ist, kann man in ihr enthaltenes Gold nicht mehr finden und auch nachträglich kein Foto mehr machen. Sind wir beim nächsten mal halt schlauer. Am Ende angelangt kommt eine Siegesmedolie. Mission erfüllt und wir haben uns eine virtuelle Trophäe erspielt. Diese können wir für ein paar virtuelle Goldmünzen erwerben. Haben wir gemacht und sind ab sofort Besitzer des Delbrücker Stadtwappens.

Zum Abschluss können wir die Mission nach dem allseitsbekannten 5 Sterne Musters bewerten und unser Profil bewundern.

Wir hatten auf unserem virtuellen Beutezug viel Spaß. Ich glaube, wenn man in muggelreichen Innenstädten unterwegs ist, und der Nachwuchs keinen Bock mehr auf Laufen hat, kann dies eine Motivation sein.

Ein paar Infos noch: Sobald man angemeldet ist, können selbst Missionen erstellt und Waypoints gesetzt werden, an denen andere Gold finden. Dies werde ich in der nächsten Zeit testen und dann berichten.

Eine weitere Spielart ist die Ghostmission. Hier werden anstatt Missionen auf unserer Karte Geister sichtbar, gegen die wir kämpfen können, wenn sie innerhalb unseres Radius sind. Wir können Waffen und Trophäen erspielen.
Dies muss ich mit Tim noch testen, kann mir aber vorstellen, dass dies ihm ebenso gefallen wird, denn das Prinzip ist das gleiche.

Und was hat das ganze mit Geocachen zu tun? Außer der GPS-Nutzung und dem unterwegs und draussen sein nichts. Es handelt sich hier lediglich um eine weitere Spielart mit neuen Medien.
Wir sind eine Generation, die vom Internet sehr stark beeinflusst wird. Warum machen wir es uns nicht zu Nutze, um die sonst so langweiligen Spaziergänge aufzupimpen? Und ganz ehrlich, was den Kindern Spass macht, gefällt vielleicht auch dem ein oder anderen Erwachsenen.

In dem Sinne mache ich mich nun an die „nächste Millionen“, denn wie heisst es so schön, dass Geld liegt auf der Strasse.

Einsam

Ja, am Wochenende bin ich einsam! Meine Timeline wird so leer sein. Warum? Viele Geocacher pilgern nach Köln.
Zum Dom? Nö, sondern zum Geocoinfest.

Und wieder geht mir ein bestimmt tolles Großereignis durch die Lappen. Aber vielleicht auch gut so, denn ich bin leicht entflammbar. Bei vielen tollen Coins bekomme ich wohlmöglich glänzende Augen und zittrige Hände.
So überlasse ich das lieber denjenigen, die mit der Reizüberflutung besser umgehen können.

Ihr in Köln und ich halte dann im heimischen Wald das Hobby aufrecht.
In dem Sinne, allen Pilgern die Erleuchtung (der Augen) und einen guten Fischzug.