Ich will es verstehen!

Am Montag war ich mit Herrn Schatz auf Tour. Cachen stand dabei nicht im Fokus, aber trotzdem fanden wir Zeit, uns ein bisschen auf die Suche zu machen.
Leider war ich diesmal nicht so vorbereitet, wie ich es sonst bin. So haben wir uns einen Multi rausgesucht (leider ohne Erfolg) und ein paar Tradis auf der Route.
Der letzte Tradi des Tages war es wortwörtlich im Sinne von Qualität: ein Micro im Vorgarten eines Wohngebietes mit zusätzlichem Industrieverkehr. Ich hätte vorher wirklich das Listing lesen sollen…

Trotzdem stelle ich mir die Frage, was einen Owner zu Wahl gerade dieser Örtlichkeit bewegt. Will ich Kolleginnen und Kollegen beim Suchen zusehen? Bin ich so vereinsamt, dass ich mir auf diesem Wege Aufmerksamkeit hole? Bin ich bequem und spare mir deshalb lange Wartungsanfahrten?

Im konkreten Fall bin ich einmal dran lang gegangen und habe links und rechts geschaut, einer Dame im Vorgärten zugelächelt, dem LKW-Fahrer der auf Abfertigung wartete zugenickt und bin verschwunden.

Lieber Owner solcher und ähnlich gelagerter Locations – warum? Ich möchte es verstehen?
Lieber Newbie kurz vor der Erstlingssünde – tu es nicht!!!

Schlechte Angewohnheit

Mit Kopfschütteln habe ich auf die Logmüdigkeit bei vielen Kolleginnen und Kollegen reagiert. Für mich war es immer der Abschluss eines Cachetages.
So war das mal.
Heute hat mich die Seuche der Nachloggerei befallen. Hier das Krankheitsbild.

Symptome:
Trennung von Cachen und Loggen. Verzögertes Logverhalten, manchmal erst Tage oder Wochen später. Die Loglänge und die Intensität des Erlebten nehmen ab. Vereinzelt werden Dosen vergessen.

In dem Sinne widme ich mich jetzt mal lieber dem Nachloggen, anstatt diesen Artikel noch länger zu machen.

Der schmale Grat zwischen Gehirnjogging und Kopfkrank

Jeder Mensch braucht Anregungen und Herausforderungen. Diese fallen nach Interesse, IQ und körperlicher Konstitution unterschiedlich aus. Was dem einen sein lustiges Buchstabenrätsel und die Sitzpolka auf der Massagematte ist für den anderen die Relativitätstheorie beim Bungeejumping.

Irgendwo dazwischen befindet sich Frau Schatz. In einem geistig regen Moment rufe ich diese Seite auf und stöbere. So ganz dumm bist Du ja nicht, dachte ich. Nach ein paar Zeilen die Ernüchterung. Das ist kein geistiger Spaziergang nebenbei. Wer sich mit Quinta Essentia beschäftigt, der muss einiges tun.

Aber will ich das wirklich?
Meine Zeit ist mir kostbar. Mich können Ruhm und Ehre nicht locken. Selbst tausend Euro reizen mich nicht. Ich bleibe auf dem Boden der geistigen Tatsachen und werde mich ob dieser Rätsel nicht kopfkrank machen.
Allen, die sich dieser Herausforderung angenommen haben, wünsche ich gute Ideen, viel Geduld und ein kompetenzreiches Team im Hintergrund.
Und zum guten Schluss… Quinta Essentia ist das.

In dem Sinne erreicht Frau Schatz die Vollharmonisierung gänzlich ohne Quinta 😀

Gruß einer Flasche

Da stehe ich nun im Regal. Neben mir einige Kolleginnen und Kollegen. Heute morgen wurde ich aufgefüllt, sagte der nette Mann aus dem Laden, als er mich unsaft weckte. Ließ der doch glatt mein mobiles Heim auf den Boden krachen. Wer kann denn da noch ruhig bleiben? Ich bestimmt nicht. In mir schäumte es (vor Wut).
Ich habe einen schönen Platz in der ersten Reihe. Kann alles wunderbar sehen. Mir gegenüber sind die Knabbersachen.
Zum Glück bin ich nicht von der ganz billigen Sorte. Ich müsste mich doch sehr strecken, um mehr als nur Füße und Beine zu sehen.

Gleich ist es 8 Uhr. Dann gehts los! Wir schließen Wetten ab, wer uns mitnimmt. Ich hoffe, ich kann vorher noch ein bisschen durch die Gegend fahren. Das ist ganz nach meinem Geschmack.

Klasse, Murphys Law. Kommt nen Obdachloser rein und schnappt mich. Wenn ich mir was nicht wünsche, sind es schmuddelige Hände, die mein schönes rotes Etikett ganz dreckig machen. Und als würde das nicht reichen… schüttet der was stinkiges, klares in mich rein. Möcht am liebsten kotzen. Ich will nur noch Duschen…
Na toll, so war das aber nicht gemeint. Da hat der mich doch in nen Brunnen getunkt, druchgeschüttelt und wieder voll gemacht. Ich bin anscheinend nun seine mobile Dusche.

Tage später… ich seh vielleicht aus. Mein Etikett gibt es nicht mehr. Der Verschluss hat diverse Macken. Ich stinke nach Alk und Schweiss. Bitte, ich will weg.

Meine Gebete wurden erhört. Er hat mich liegen lassen. Jetzt ist meine Rettung nur noch eine Frage der Zeit.
Die Amada in Orange rückt zum Großeinsatz an. Mit Besen, Greifern und Harken wird alles auf einen Haufen gekehrt. Ich liege ganz unten. Es ist stockfinster. So muss sich ein Mensch fühlen, der aus einer Lawine geborgen wird. Ein Mann hat mich gerettet. Er steckt mich in einen Sack. Zum Glück bin ich nicht allein. Ein Kollege aus dem Laden ist auch dabei. Er ist allerdings plattgetreten. Auch kein schönes Schicksal. Angstvoll fragen wir uns, was nun kommt.

Tage sind vergangen. Es war sehr turbulent und heiss. Ich bin nun deutlich kleiner. Macht aber nichts. Ich wurde zusammen mit ein paar Kumpels von einem merkwürdigen Typ gekauft. Der hat uns ganz glücklich angelächelt und murmelte etwas von Powertrail. Was das wohl ist?

Ich bin glücklich. Wenn es einen Himmel gibt… ich habe ihn erwischt. Ich habe eine Spitzenaussicht. Schaukel im Wind. Könnte den Leuten auf den Kopf spucken 😉
Ab und an bekomme ich Besuch. Ich habe immer lange Zeit, mich darauf vorzubereiten. Und was soll ich Euch sagen, jeder, der mich besuchen kommt lächelt und sagt „Ich hab’s geschafft!“
Genau, denke ich! ICH HABE ES AUCH GESCHAFFT!!!

Wenn das goldene Kalb nur die gelbe Telefonzelle ist

Pädagogisches Geocachen kann man auch anders verstehen. Da steht der Anspruch der Pädagogen der jugendlichen Realität gegenüber, wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg.
Ich möchte euch von einem solchen Fall erzählen, der auf einer realen Situation basiert.

Sammy steht im Bad. Die lange, blonde Mähne muss gebändigt werden, Klamotten und Makeup sind schon auf der Zielgeraden.
Heute trifft sie in der AG Timo. Der ist so süß. Blöd ist, dass sie für dieses komische Geodingsdabumsda Outdoorklamotten anziehen soll. Nix da, denkt sie… ich kann auch mit High-Heels!
Frau Buchbänder steht vor dem Schrank. Ein Lächeln huscht ihr über das Gesicht. Heute geht es mit den Kids der AG in den Wald. Zum Glück kann sie ein bequemes Outfit wählen. Die Tatzenmarke bietet sich an. Sportbereifung inclusive.

Es ist soweit…. die zwei Welten prallen aufeinander: Die Geocaching-AG!
Frau Buchbänder hält das gelbe eTrex hoch und erklärt die Funktionen. Man braucht sich nicht viel Mühe geben, um zu erkennen, dass sie Spass hat.
Gleichzeitig braucht es kaum Energie, um festzustellen, dass Ihre Neigung nicht von der anwesenden Schülerschaft geteilt wird. Zumindest nicht von den Mädels aus Sammys Dunstkreis. Letztere hat eh nur Augen für Timo.
Mit warnenden Worten bekommen die Schüler nun die Geräte in die Finger. Sie kriegen es gut hin, denkt Frau Buchbänder.
Boh, wat für ein dämliches Teil – Nicht mal touchscreen und schwer und hässlich wie ne Telefonzelle, denkt Sammy.

So schlendern bzw. wandern sie Richtung erstem Cache. Diesen hat Frau Buchbänder an einem kleinen Fluss deponiert. Eine Filmdose, magnetisch angebracht. Man muss schon ein wenig unter die Brücke krabbeln. Es soll ja für die Kids eine kleine Herausforderung sein, hat sich Frau Buchbänder überlegt. Sie beobachtet neugierig das Suchverhalten der Jugendlichen und hat sich vorgenommen, nicht einzugreifen. Abwarten heisst die Devise.
„Die Buchbänder glotzt, als hätte sie nen Date!“ lästert Sammy. Sie steht am Geländer und beobachtet Timo, der die Böschung runter rutscht.
Wir sollen uns unauffällig verhalten? Na klasse, das sieht doch jeder, was wir hier machen. Sie zückt das etrex und will in Telefonier-Gehabe imaginäre Anrufe tätigen. Dabei muss sie lachen und Diana klopft ihr auf die Schulter.
Das Unvermeidliche passiert.
Plumps liegt das GPS im Wasser. Krach am Bach. Frau Buchbänder sieht aus, als habe man jemanden ermordet. Hektisch versucht sie, mit Stöckchen das Gerät zu bergen. Keine Chance. Ratlosigkeit…
Frau Buchbänder brüllt „Lauft zum Hausmeister und holt den Greifer!“
Ein paar Jungs rennen los. Und Sammy? „Eine standesgemäße Seebestattung!“ sagt es und bekommt nen Lachanfall. Das Gesicht der Lehrerin ist wirklich zu komisch. Wenn Blicke töten können, wäre sie kalt. Langsam erkennt Sammy den Ernst der Lage. OMG – die Note in Englisch ist in Gefahr.
Einsatz und „Good Will“ ist gefragt.
Als das Gerät geborgen ist, steuert sie haufenweise Tempos zum Trockenlegen bei. Ausserdem besorgt sie einen Föhn. Muckelig warm deponiert sie unter Argusaugen das „goldene Kalb“ auf der Heizung. Nach einer Stunde Zwangspause und Indoorarbeit, wird das GPS in Gang gesetzt.
Es funktioniert. Trotz langem Wasserbad. „Boh Frau Buchbänder, da haben sie aber nen cooles Teil! Das ist ja sogar wasserdicht! Können wir jetzt wieder nach draußen?“ fragt Sammy und linst zu Timo.
Frau Buchbänder strahlt. „Natürlich! aber um Wasser machen wir heute nen Bogen!“

Und die Moral von der Geschicht…
Geocaching ist für alle leute nicht!

Von Kürbissen, Flugzeugen und Freundschaften

2009 habe ich mit dem Cachen angefangen. Damals bin ich oft allein im Wald rumgelaufen (mache ich heute auch noch). Ich hegte die Hoffnung, Gleichgesinnte zu treffen. Ich wollte so gern mal „Hunting?“ fragen. Gelegenheit dazu hatte ich nie. Events waren für mich Veranstaltungen von gänzlich unbekannter Manier. „Ich kenn da doch keinen!“

Als Cacher bist Du doch allein!
So war das früher…

Und was ist heute? Frau Schatz kennt einen großen Kreis von Cacherinnen und Cachern, mit denen man viele nette Dinge unternehmen kann. Dies muss nicht zwangsläufig Eventcharakter haben. Anfang des Jahres waren wir mit einer Truppe Dosensucher zum Paintball spielen. Einfach nur lustig (ok, tat auch ganz schön weh 😉 )
Was kann ich mittlerweile noch alles unternehmen?
Die geschenkte Stunde der Zeitumstellung genießen, den Kürbissen folgen, Oldie-Flugzeuge bewundern, Laternen basteln, Speedflashmobs besuchen. Den kreativen Ideen steht die Community zur Verfügung, denn Gleich und Gleich gesellt sich wirklich gern.
In dem Sinne freue ich mich auf einen tollen Herbst mit vielen schönen Erlebnissen im Kreise meiner cachenden Freunde!