Ein Silbertablett für Herrn X

Der Winter ist die Jahreszeit, um Mysteries zu lösen. Da sitzt man murkelig im Warmen, grübelt, probiert, liest, googelt und malträtiert den geochecker. Rot oder Grün bestimmt Stimmungen.

Rot: verhasst, alles auf Anfang, wieso, weshalb, warum?

Grün: Das Leben ist schön! Ich bin klug! Freude! Stolz! Bergung planen.

So ist der vom Owner angedachte Verlauf. Ein Veränderung zeichnet sich bei höherer D-Wertung ab. Da werden Teams gebildet. Konspirative Treffen vereinbart. Mails oder Telefonate gehen hin und her. Jedes kleinste Detail kann weiterbringen. Der Einzelne bringt seine Kompetenzen zum Gewinn für alle ein. Es schweißt zusammen. So ist die gemeinsame Bergung das Highlight für stunden- bzw. tage- bzw. wochenlange Hirnanstrengungen.

Leider geht das heute vielfach anders:

Ich bin selbst Owner von diversen Fragezeichen. Werde diesbezüglich oft angeschrieben, und um Hilfe gebeten. Anfänglich habe ich sogar brav Schubs gegeben. Ganz einfache Hilfestellungen, mit dem Hinweis, wenn es nicht reicht, einfach melden.

Das wurde schamlos ausgenutzt. Ein Beispiel war Herr X (ich nenne ihn mal so). Er schrieb Mail über Mail. Immer wieder Schritt für Schritt bis hin zur Lösung. Im Nachhinein organisierte sich Herr X den gesamten Lösungsweg und hatte nicht wirklich was geleistet. Schließlich trudelte der Log des Herrn X ein. Sinngemäß: lange gerätselt und dann fix gefunden.

Ok, Herr X hat gerätselt. Dann lasse ich ihn doch weiter rätseln. So trudelt noch am Tag des Logs die Anfrage zum nächsten Fragezeichen ein. So nicht!

Welche Konsequenzen zieht Frau Schatz?

  1.  Es ist nur ein Spiel! Trotzdem gibt es in jedem Spiel Regeln. Die Lösung von Fragezeichen muss ich mir selbst erarbeiten! Wird Hilfe in Anspruch genommen, muss ich das benennen (sonst verärgere ich meine Unterstützer). Das hat was mit Ehrlichkeit und Höflichkeit zu tun.
  2. Wenn ich jemanden um einen Tip bitte, will ich keine Koos geschickt bekommen! Ich will mir Lösungen selbst erarbeiten. Will auf meine Leistung stolz sein.
  3. Wenn ich es alleine nicht hinbekomme, suche ich mir Gleichgesinnte. In diversen Foren gibt es immer wieder Anfragen zu Enigma#1 oder aktuell Quinta Essentia.
  4. Wer sich selbst bescheißen will und sich Lösungen erschleicht, dem sei gesagt: „Die Community ist nicht so dumm, wie Du vielleicht meinst.“

Lieber Herr X ähm… Schuster bleib bei deinen Leisten!

P.S.: Herr X ist auf diesem Erdball leider kein Einzelschicksal.

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11 Gedanken zu „Ein Silbertablett für Herrn X

  1. Steht irgendwo geschrieben, das „der vom Owner angedachte Verlauf“ eingehalten werden muss? Dose gefunden, Logbuch signiert – auf mehr kommt es nicht an, denn genau das ist Geocaching. Das nun manch einer dem Outdoorhobby noch einen Indoorpart aufzwängt, sei ihm gegönnt, jedoch darf niemand verlangen das man ein Rätsel so löst, wie es sich der Owner denkt. ich sehe da selbst das Finden einer Person die die Koordinaten rausrückt als ausreichende Kreativität und damit einen durchaus gangbaren Lösungsweg an.

    @Winterspiele: Wo denn genau? 🙂

  2. Ich hinterlasse auch gerade mal ein Statement. Eigentlich bin ich der gleichen Meinung wie Frau Schatz, mit einem Unterschied. Ich habe zu Anfang ebenfalls im Log gepostet, ob ich Hilfe benötigt habe. Sei es bei einem einfachen Tradi, der einfach nicht gefunden werden wollte oder bei einem Ratehaken, wo ich einfach nicht weiterkomme. Da man aber mittlerweile von anderen indirekt beschimpft wird, das man sich Hilfe geholt hat. Klar kann ich darüber weg lesen, aber stören tut es mich persönlich schon. Also erwähne ich es auch nicht. Bedanken kann ich mich auch persönlich bei dem Helfenden.

    Grüße
    Chris

  3. @ms71
    Ich gebe dir in allen Punkten 100%ig recht.
    Rätsel selbst zu lösen, ist eine Ehrensache, genau wie das Obenloggen.
    Sich mit falschen Lorbeeren zu schmücken ist sowas von armselig, Outdoorhobby
    hin oder her. Und natürlich stehen solche Cacher dann auch ganz weit unten in
    meiner Gunst. Just my 2cts.

  4. Und ich dachte immer, Geo Caching wäre ein Spiel. Und Spiele haben nun mal Regeln. Und wenn man sich an die Regeln nicht hält, der pfuscht.

    Wer einfach nur Koos will wo dann sofort eine Dose liegt, für den gibt es Tradies. Wer mehr oder weniger wandern will und dabei Aufgaben lösen, dem liegen wohl eher Multies. Und wer gerne knobelt bevor er losgeht ist ein Kandidat für Ratehaken. Niemand ist gezwungen, Ratehaken zu machen. Wer sie trotzdem macht, sollte sich an die Regeln halten, und nicht pfuschen oder um „Tipps“ betteln.

    Natürlich kann man auch stolz verkünden, einen Marathon absolviert zu haben. Klingt gut. Doof nur, wenn dann raus kommt, das es ohne Verwendung eines Mopeds nicht ganz so gut geklappt hätte. Oder?

  5. @ ms71

    Im Grunde stimme ich dir zu, wobei ich aber durchaus gerne mal einen „externen Schubser“ annehme, den ich dann im Log aber auch erwähne.
    Falls ich (in ganz seltenen Fällen) mal eher zufällig bei einer Ratehaken-Dosen-Bergung dabei bin, weil einer im Team das Rätsel gelöst hat, kümmere ich mich zumindest im Nachhinein um den Lösungsweg. Ich würde es nämlich auch als ziemlich peinlich empfinden mal danach gefragt zu werden und keine Ahnung zu haben.
    Als ?-Owner gebe ich auch selbst immer gerne mal einen Schubser, werde aber sicher nie die komplette Lösung liefern.

    @ Schrottie:

    Auch wenn es im Grunde ein bedeutungsloses Spiel ist, gibt es neben Regeln auch so etwas wie „Ehre“. Das schließt sich meiner Meinung nach nicht aus und ist auch bei anderen eher bedeutungslosen Spielen so.
    Und niemand wird gezwungen Ratehaken zu lösen.
    Man kann die ganz erinfach auslassen wenn man sie nicht mag und anderen ihren Spaß daran lassen. Auch auf die „Gefahr“ hin, dass die Homezone dann nicht „sauber“ wird.
    Aber es geht ja nur um Tuppersdosen im Wald… 😉
    Die Natur kann man auch beim Suchen von Tradis oder sogar ganz ohne Caches – ja, das geht auch! 😉 – genießen.

    • [quote]
      Man kann die ganz erinfach auslassen wenn man sie nicht mag und anderen ihren Spaß daran lassen. Auch auf die „Gefahr“ hin, dass die Homezone dann nicht „sauber“ wird.
      [/quote]
      Dafür gibt es ja die Ignore-Liste. 😉

  6. @Lauflöwe: Hmm, Ehre… Irgendwie wird mit dem Ehrbegriff gern und inflationär um sich geworfen und damit seine eigentliche Bedeutung verwässert und abgewertet. Schon deswegen mag ich ihn gar nicht erst in Verbindung mit so profanen Dingen wie dem Geocaching benutzt sehen.

    Das niemand gezwungen wird einen Ratehaken zu lösen steht außer Frage, jedoch ist bei genauer Betrachtung aber selbst das Finden einer Person die die Koordinaten herausgibt ein möglicher Lösungsweg. Es liegt in der Natur eines Rätsels, das es stets der Kreativität des Ratenden überlassen bleibt, einen möglichen Weg bis hin zur Lösung zu finden. Unterm Strich zählt jedoch immer nur der Wechsel von Aufgabenstellung und Lösung. Seltsam finde ich allerdings, das es gerade beim Geocaching, das ja eigentlich so überhaupt nichts mit Rätseln zu tun hat, ganz besonders verbissen darauf gepocht wird, das ein Lösungsweg eingehalten wird, den jemand anderes vorgibt. Das gibt es in dieser Form in keinem Rätselclub.

    BTW, nur zur Verdeutlichung: Ich lasse die Dinger meistens auch aus, denn ich halte Ratehaken grundsätzlich für eine dem Geocaching schadende Entwicklung. Falls ich doch einmal versehentlich auf einem Listing lande, dann schaue ich kurz und wenn sich nicht sofort ein Rätsel zeigt – und mal ehrlich, bei den meisten muss man erstmal das Rätsel selbst finden, bekloppter gehts ja eigentlich kaum – dann fliegt das Ding auf die mentale Ignoreliste (die richtige brauche ich für andere Zwecke). Wenn mir jedoch Koordinaten „über den Weg laufen“, dann nehme ich die natürlich gern an und gehe dann trotzdem nicht zur Dose. Das liegt dann wieder darin begründet, das ich in der fraglichen Gegend zumeist schon war und nicht wegen einer einzelnen Dose erneut dorthin fahre. Immerhin, das hat zumindest hier in der Gegend die Erfahrung gezeigt, geben sich Ratehakenowner zwar oft und gern viel Mühe mit dem Rätsel, am Ort des Geschehens jedoch zieht man dann einen versifften PETling aus einem Zaunpfahl. Ebenso geht mir das oft erwähnte Freihalten der Homezone am allerwertesten vorbei. Würde ich das wollen, dann müsste ich neben diversen D5-Fragezeichen (oder einem D4 ohne erkennbares Rätsel (Huch, das ist guidelinewidrig!) der vermutlich deswegen so gut wie nie gefunden wird) noch reichlich urbane Mikrotradis suchen gehen. Beides Cachesorten die einfach nicht in mein „Beuteschema“ passen wollen…

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