Schmerzgrenze

Ich tue ja vieles, um ein Döschen zu bekommen, aber irgendwann ist für mich auch Ende im Gelände. War eben mit Else auf Tour. Was Flottes, vermeintlich einfache Tradis. Am Ziel angekommen saß ein älterer Herr auf der Bank. Er schaute mir aufmerksam zu. Nach einigem unauffälligem Hin- und Her war klar, der bleibt da sitzen. So habe ich ihn aufgeklärt. Was er zum Anlass nahm, mir galant zu helfen und mir etwas aus seiner Lebensgeschichte zu erzählen. Wohlerzogen wie ich bin, lächelte ich und stellte ab und an ne Frage. Bis er schließlich sagte, ich sei eine sehr hübsche Frau. Ok, ab dem Zeitpunkt war meine Schmerzgrenze erreicht. Wer weiß, was der noch suchen wollte? Ich beschloss dies nicht rausfinden zu wollen. Der Cache hieß übrigens „Das Tor zum Leben“. Ja, das Leben kann ich mir vorstellen. So logge ich DNF und das Tor bleibt zu. Basta!

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Genügsam?

Sternchen, Schleifchen, Mechanik, Hydraulik, Automatik, Effekte! Kniffliger, besser, höher.
Ist es das, was wir wollen? Nur noch Qualitätscaches mit mindestens x positiven Bewertungen? Und das bei jeder Dose? Geplantes Schleifchencachen für Member only?
Ich will das nicht. Klar bin ich begeistert, wenn ich eine gut gemachte Dose finde, aber ich plane meine Tour nicht danach. Bewertungen sind subjektiv und ich entscheide selbst, was mir gefällt. Ich mag gern nen Filmdöschen an einer schönen Location suchen. Es muss nicht immer „Kaviar“ sein.

Zwei Kracher an einem Tag

Vor ein paar Tagen schrieb ich von meinem DNF-Pech bei einer Dose und dem Fragezeichen, welches ich mit aufgrund von Bauarbeitermuggeln versagt blieb. Und was soll ich sagen…. Tataaaaa, zwei Fliegen auf einen Streich.

Nummer eins bekam diesen Log:
Ein kleiner Drive-In…
Mit großer Wirkung. Und ich bin gleich dreimal hingefahren. Vor Wut am liebsten drübergefahren. Spätestens nach dem 2. DNF. Heute sollte er fallen. Meine Nemesis, mein Piece de restistance, die vermalledeite *******(piiiieps)Dose.
Zur Verstärkung hatte ich Herrn Schatz dabei, um entweder meine Tränen zu trocknen oder mich davon abzuhalten, ein Funkenfeuerwerk per Fußtritt zu entfachen. Alles ging wie immer…. Gesucht, am Kopf gekratzt, umhergeschlendert und dann diesmal ein beherzterer Zugriff als sonst.
Ich gestehe, dass dieser Griff von Herrn Schatz kam. Mir kullerten die Freudentränen und ich schwebte auf Wolke sieben. Ich glaube keine Frau hat sich je so über Geschmeide gefreut, wie ich mich über die mir gereichte Dose.
Danke für diesen Smiley lieber Cacher-Gott und alles was mit septentrio oder serpentino zu tun hat, wird aus dem Hirn verbannt.
Ach ja, Herr Hase du hast noch mehr gelegt… Ich komme wieder!

Nummer zwei war ein netter Mysterie eines ortsansässigen Kollegen. Er bekam diesen Log:
Tatort Rieberg. Wir schreiben das Jahr 2012. Die Kommissarin Frau Schatz hat das Rätsel um die Ereignisse vor Ort schon seit dem publish daliegen. Die Bergung der Dose hob sie sich für freie Tage auf. Die waren nun wegen meiner Krankheit zahlreich. Also mal eben hin und Handschellen angelegt ähm geloggt.
Von wegen! Ich die Verdunklungsgefahr und Fluchtbestrebungen wurden durch Bauarbeitermuggel tagelang verhindert. Zum Glück zahlt sich Beharrlichkeit aus ( und welcher Bauarbeitermuggel arbeitet Samstagabend?)
So konnte dieses Kapitel der Kriminalgeschichte erfolgreich abgeschlossen werden. Akte geschlossen!
Ich bedanke mich für ein tolles Rätsel und eine schöne Location und hinterlasse für weitere Ermittlungen meine Visitenkarte in Form eines blauen Schleifchens da!

Und was soll ich sagen? Danke lieber Cachergott!

Der Rietberg

Seit ein paar Tagen haben wir ein neues Döschen in meiner Heimatstadt – Der Rietberg! Sein Owner ist mir von einigen Quartalscachern gut bekannt.

Lieber Hennes! Diese Geschichte ist für Dich!

Heute gehts zum Bergsteigen. Geht nicht im platten Rietberg? Doch!!!
Also die Steigeisen angeschnallt und den Klettergurt umgelegt, der Berg ruft…

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Ich hab überlegt, ob ich meinen Kumpel Reinhold Messner anrufe. Aber ich glaub, die Nummer wäre ihm zu riskant gewesen.
Die Anreise verlief problemlos. Der Aufstieg brachte mich dank Sauerstoffflasche und tagelangen Trainingsvorbereitungen nicht aus der Puste. Oben angelangt (ich musste ein paar Kinder zur Seite schubsen, um das Gipfelkreuz für mich allein zu haben) genoss ich das atemberaubende Panorama. Nun verspürte ich Durst. Der Owner hatte mir ein Erfrischungsgetränk versprochen, sollte ich seine Dose suchen. Er könne mich bestimmt mit dem Fernglas ausmachen. So stand ich da oben, zückte die riesengroße Schalkefahne (Danke Herr Schatz) und das Megaphon. Ich brauchte nicht lange brüllen…
Doch anstatt das der Owner mir ein kühles Wasser kredenzte, sammelte sich am Fuße des Berges eine wütende Nachbarschaftsmeute. Ruhestörung und Erregung öffentlichen Ärgernisses, weil die Fahne sich in der Spielplatzschaukel verfangen hatte. Nix wie weg, dachte ich mir, und quetschte meinen Hintern in die Kinderrutsche….

Ach, Hennes das mit dem Getränk verschieben wir am besten auf den nächsten Quartalscacher. Und sollten deine Nachbarn nun wütend, auf jemandem sein, der solch komische „Bergsteiger“ hier herlockt und zufällig auch Hennes heißt, ich weiß nicht woher das kommt. Gaaaanz ehrlich 😉

Weil alle drüber schreiben …

Über was denn? Na das verhängt Geocaching-Verbot in einigen Regionen.

Ich tue es nicht! Mache mir Gedanken a la Verschwörungstheorie:
Die Community wurde von Jägern infiltriert. Die wissen genau, wie man Wild aufschreckt und über Kohle Lobbyarbeit betreibt.
Ebenso freuen sich die Landschaftsgärtner. Ab sofort müssen keine Maulwürfe mehr trainiert werden, um Grünanlagen zu zerstören.
Natürlich trägt auch unsere Bundesregierung seinen Teil dazu bei: Warum muss sie alles verbieten, was Spaß macht und nennt es dann frecherweise Hausfriedensbruch?

Wir sind ja sooo schlimm, wir Geocacher! Die Suche nach dem Sündenbock ist die beliebteste Jagdveranstaltung!

Wer nun meint ich, würde ein ernstes Thema verharmlosen, dem widerspreche ich energisch. Ich versuche den Humor nicht zu verlieren, was bei der steigenden Dumpfbackenzahl unter uns Cachern nicht einfach ist.

Wer liest eigentlich noch?

Genau das frage ich mich? Wenn ein neues publish rausgeht, sind die ersten schon unterwegs. Von den Infos im Listing werden nur Fragmente wahrgenommen. Zeiten, Achtung, Muggel oder sonstige Hinweise sind schlicht und einfach egal. Nach mir die Sintflut. Hauptsache ich stehe im Logbuch. Am besten als Erster.

Die schlechte Presse ist vorprogrammiert:
Und ist der Ruf erst ruiniert, wühlt der Cacher im Vorgarten ganz ungeniert!

Aber ein solches Verhalten legen nicht nur FTF-Jäger an den Tag. Wo was gelegt ist, muss man als Cacher schließlich erfolgreich sein. Entweder ein Fund oder die Dose ist gemuggelt, was sie in einer recht kurzen Zeit bei derart auffälligem Verhalten auch ist. So was freut jeden Owner. Selbst Schuld, wenn man in muggelreichen Regionen einen Cache der tausend Augen legt? Jein, denn Augen sind irgendwann geschlossen oder ich muss meine Tarnung optimieren.
So macht es keinen Spaß, etwas zu legen. Locations sind ratz fatz verbrannt.

Wenn ich mit Jugendlichen cachen gehe, bringe ich ihnen den Verhaltenskodex bei und bin Vorbild. Erst mit den Augen – und zwar im Listing!
Owner haben sich in der Regel etwas dabei gedacht, wenn sie Hinweise zu Sperrzeiten oder Verhaltensregeln vor Ort geben.