Perspektivwechsel

Gestern berichtete ich euch von der Owner-Aufgabe von Barbie&Bruettler. Das war eine Seite der Medaille. Nun komplettiere ich das Bild:

„Barbie & Brüttler haben einen höchstgradig illegalen Cache angemeldet bei dem Privatgrund betreten werden musste. An einer dem Reviewer vorenthaltenen Station wurde dazu aufgerufen, das Grundstück über ein Loch im Zaun zu betreten oder gar unter dem verschlossenen Eingangstor hindurch zu kriechen um auf das Gelände zu gelangen und anschließend den Cache in nicht näher definierter Höhe an einem 120 Meter hohen Schornstein zu suchen sowie sich dabei möglichst unauffällig zu verhalten und sogar mit falschem Nick im Logbuch einzutragen, damit nicht nachvollziehbar ist, wer wirklich „oben“ war. Diese Aktion wurde verpfiffen und der Cache konsequenterweise sofort wieder archiviert.

Es ist traurig, dass das Hobby diese Züge angenommen hat und die fehlende Verantwortung für das eigene illegale Handeln als Scheinheiligkeit anderer abgetan wird. Der Rückzug ist in meinen Augen daher eher eine Reaktion in Richtung beleidigte Leberwurst oder geklautem Sandförmchen.

Solche öffentlichen Geozide haben wir in den letzten 10 Jahren schon häufiger erlebt und es wird sie auch in Zukunft immer wieder geben. So what!? Die Erde wird sich auch ohne vermeintlich gute (weil semi- oder illegale) Caches weiter drehen.

Und wahrscheinlich werde ich jetzt von meinen Reviewerkollegen geteert und gefedert weil ich hier eine für die meisten bisher unbekannte Sachlage bekannt gegeben habe, aber wie hier die Täter als Opfer dargestellt werden kotzt mich einfach an. Der Ruf des Geocachings ist bereits in weiten Teilen irreparabel geschädigt und hier werden die Übeltäter als Märtyrer zelebriert.

Rückt ab von euren Feindbildern und fangt endlich an nachzudenken!“
(vgl. Grüne Hölle)

Verantwortung und Cachen wird immer ein Reizthema sein, die jeder für sich entscheiden und umsetzen muss.
Sei es bei der Locationwahl oder bei Gefahrenabschätzung. Regeln braucht eine mittlerweile so große Community. Neben „Spielregeln“ empfehle ich
a) Kritik konstruktiv zu gestalten
b) Empathie und Höflichkeit
c) aus „Fehlern“ zu lernen (und diese auch zugeben können)
d) sich selbst nicht so wichtig nehmen.

Was ist nun die Wahrheit? Sie liegt irgendwo dazwischen.
Wenn ich ohne schlechtes Gewissen in den Spiegel schauen kann, hab ich alles richtig gemacht.

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9 Gedanken zu „Perspektivwechsel

  1. Wenn ich nicht in den Spiegel schauen kann, haben meine Eltern etwas falsch gemacht… 😉

    Sorry, nicht konstruktiv und unsachlich – aber der musste raus… 😀

    Lieben Gruss

  2. Ich lese hier:
    „Und wahrscheinlich werde ich jetzt von meinen Reviewerkollegen geteert und gefedert weil ich hier eine für die meisten bisher unbekannte Sachlage bekannt gegeben habe, aber wie hier die Täter als Opfer dargestellt werden kotzt mich einfach an. “

    Recht haste, was mich aber stutzig macht, du hast Reviewerkollegen,
    darf man hier nach deinem Alias fragen?

  3. Wenn ich das hier lese mit Schornstein erklettern, umfriedete Grundstücke betreten etc., dann erinnert mich das stark an das Beklettern von (nicht aktiven) Funkmasten (mit verschlossenem Besteigeschutz!) eines großen Telekommunikationsunternehmens.

    Damals wurde das „dank“ Logs und Fotos staatsanwaltlich verfolgt und einzelne wohl entsprechend bestraft. Mit begleitenden Blog/Forum-Schimpftiraden und unsäglich blöden Postings zum „Verargumentieren“, warum das Unternehmen da mal sich doch nicht so aufregen soll!

    Es muss wohl immer mehr ein (illegaler) Thrill vorhanden sein, damit Geocaching noch Freude bereitet. Leider bringen solche dämlichen, unüberlegten Aktivitäten eine in sehr weiten Teilen völlig unbedenkliche Freizeitbeschäftigung in Gänze in Verruf! Na toll!!

    Viele Grüße
    Jörg (DWJ_Bund)

  4. Pingback: DSM005 – Monatsnews – September | die schweigende Mehrheit

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