Da waren es nur noch acht!

Wer meine Cacherlaufbahn über die Jahre verfolgt hat, erinnert sich sicherlich noch an meine „Sturm-und Drangphase“ des Auslegens von Caches. Ach was war das eine schöne Zeit. Nicht eine Woche ohne eine neue Dose in meiner Jungownerschaft-Karriere. Und was waren das zum Teil für „tolle Dosen“ (Ironiemodus aus). Nach den vielen Logmails, die mich überschwemmten und ein gutes Gefühl erzeugten, trat aber auch ganz flott die Ernüchterung ein.
Ownerschaft ist an Verantwortung und (Wartungs-)Zeit gekoppelt. Bei manchen Dosen war der Aufwand nicht unerheblich. Ich habe es gern getan. Damals, als ich noch Zeit hatte.

Dann kam die Phase, in der mir Reviewer auf die Füsse gestiegen sind, weil ich meinen Pflichten nicht nachkommen konnte bzw.wollte bzw. beides. Zum Glück gibt es das Raster von deaktivierten Dosen. Ohne die Reviewer würde so mancher Dosenschrott noch heute in der Natur rumgammeln und schöne oder interessante Locations belegen. Liebe Reviewer ich danke euch für den Job des personifizierten schlechten Gewissen. Das habe ich bei manchen Dosen echt gebraucht, um eine Entscheidung zu treffen.

Und heute? Aus der Großownerin ist eine Ownerin geworden, die den Wartungsaufwand möglichst gering hält. Die Ressourcen sind einfach knapper geworden. Heute gehe ich lieber sellbst cachen und freue mich über Neuowner mit viel Ambitionen.

Licht aus

Vorbei, Ende, Kiste zu, Deckel drauf, ex-und-hopp…

für Optische Effekte einen tollen Nachtcache, bei dem sich die Owner viel haben einfallen lassen.

Grund ist die Beschwerde des Jagdpächters bei GC. Da wurde nicht lang gefackelt – ab ins Archiv. Nun schlagen in OWL die Wellen hoch. Geht es jetzt nach den Lost Places den Nachtcaches an den Kragen? Noch mehr Einschränkungen unseres Hobbies? Opencaching als Alternative? Ab in den Untergrund?
Ich kann die Enttäuschung und Wut verstehen. Gibt es Lösungen?

Persönlich bin ich nicht der große Nachtcachefan. Gehe lieber tagsüber, damit ich die Natur mit allen Sinnen genießen kann. Jedoch wundert mich garnichts, wenn ich an meinen Versuch bei Lichtspiele denke. In keiner Disco waren die Blink- und Lumeneffekte größer und der Andrang kolossal. Das ist dann der Preis?

Mir tut es leid für die stillen Genießer, die sich Natur- und Regelkonform verhalten (haben). Unter dem großen Mainstream des Cachens werden wir alle Leiden.

Der Nagel des Anstosses

In den letzten Tagen regt sich die Community auf. Umweltschutz versus guter Cache, Erlaubnis oder nicht, Nagel oder Schraube geht mal garnicht? Boykott, Archiv oder disablen? Wer jetzt Fragezeichen sieht, dem lege ich den Artikel von JR849 ans Herz.

Schraube oder nicht?“ ist nicht die Frage. „Umsichtig sein“ sollte das Motto jedes Cachers, egal ob Owner oder nicht sein. Ein Beispiel: Eine meiner ersten Dose war eine Filmdose am Rande eines Spazierweges, die ich in eine bodennahe Gabelung steckte. Ein Blümchen hatte hier auch seinen Platz gefunden. Keine Schraube, wegesnah und trozdem nicht umsichtig genug, sondern ein Todesurteil. Nach Wochen und x grapschenden, unvorsichtigen Händen und diversen Besserversteckern war dem Baum das Innerste nach außen gewühlt worden. Da hätte eine Schraube nicht schlimmer sein können. Streckenweise denke ich, das Übelste was einer unberührten, malerischen Location passieren kann ist eine Horde grobmotorischer Cacher. Keine Geduld, sondern schnell weiter. Genauso sieht es dann nach kurzer Zeit aus. Aber sich aufregen… das geht immer. Im Namen von Naturschutz oder flottem Aktionismus.

Bretter weg vom Kopf, Augen auf und Hirn eingeschaltet! Das ist der beste Naturschutz!

Von Cacherpolizei und Petzen

Gestern flüsterte ein Vögelchen traurige Nachricht:
Ein interessanten Cache wird es ereilen. Warum? Weil es Sockenpuppen-Petzen gibt. Anstatt sich direkt mit dem Owner in Verbindung zu setzen, mit meinem Namen bzw. Nick wird direkt ne Mail an GC mit Bitte um Archivierung geschickt. Das Sahnehäubchen der Feigheit ist die Note via Sockpuppe. Warum? Um wichtig zu sein? Die Sorge um Sicherheit nehme ich einem solchen Vollspacken nicht ab. Jeder weiß um Gefahren bei hohen T-Wertungen oder Lost Places. Auch sind Grenzen der Legalität bekannt. Meiner Meinung nach gilt, jeder kann keiner muss. Wer auf Sicherheit bedacht ist, liebe petzende Sockenpuppe, sollte mit seinem Arsch daheim bleiben. Jeder Mensch hat Moralentwicklung durchgemacht. Von Regeltreue und Kollegialität bis hin zum Verpennen. Aufwachen Herr Frau Sockenpuppe!

P.S.: Die Dose des Anstoßes bleibt bewusst ungenannt!

Der Vorhang fällt

Seit 4 Stunden ist das eingetreten, was ich immer gefürchtet habe:
Ich musste meinen Lieblingscache archivieren. Aus für „Was bin ich?“.
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Somit verschwindet ein spannender, riesengroßer Lost Place mit reichlich Inventar ins Archiv.
Manche von euch haben viele Fotos gemacht. Sie erzählen die traurige Geschichte der Molkerei Schulze in Espeln. Das einst wirtschaftlich florierende Unternehmen wurde durch Verluste und Krankheiten geliebter Menschen dem Verfall preisgegeben. Was bleibt sind Erinnerungen an längst vergessene Zeiten und Personen. Schaurig, nachdenklich, melancholisch, traurig. Diese Stimmung wechselte sich zumindest bei mir ab, wenn ich bei zahllosen Besuchen immer wieder neue Eindrücke sammeln konnte. Ich für meinen Teil habe mir eingebildet, diesen „Vergessenen“ einen Platz in der Cacher-Nostalgie eingerichtet zu haben. Eine relativ lange Zeit durfte dieser Ort Zeitzeuge sein.
Nun heißt es Abschied nehmen. Der Eigentümer hat das Gelände neu eingezäunt und den Zutritt unter Strafanzeige gestellt. Genau hier setzt die Ownerverantwortung ein. Mein Mitowner Splitti und ich wollen keinen Ärger und nicht kriminalisieren.
Vielen Dank für eure tollen Logs und die faszinierenden Bilder.
Ich werde diese Location immer im Gedächtnis behalten. Sie war mein 6er in der Location-Lotterie. So was werde ich wohl nicht mehr finden.
Und zum Schluss..

Danke Splitti für die schöne Ownerzeit!

Der letzte Egon… aus dem Archiv

Heute möchte ich meinen letzten Gruß aus dem Archiv zum Besten geben, denn aller guten Dinge sind drei. Dies ist der letzte Teil meiner MSM-Serie und leider nicht mehr aktiv. Da ich aber dermaßen Spaß beim Schreiben hatte, habt ihr es vielleicht auch beim Lesen.

Euch allen einen wunderschönen 1. Advent!

„Ist Egon noch unterwegs?“ fragte mich mein Sohn. „Wo ist er denn, was macht er so?“ Und da nicht nur Kinder neugierig sind…

Heute hatte Egon einen wichtigen Termin bei der Bank. Deshalb hatte er sich für seine Verhältnisse fein gemacht, setzte sich auf sein giftgrünes Rad und fuhr von Nordhagen nach Rietberg. Der Himmel war grau. Das nervte ihn. Hoffentlich komme ich trocken nach Hause, dachte er. Er hatte Vorsorglich sein Regencape in den Eimer am Lenkrad gesteckt. „ufffffff“, der Wind wurde stärker… zum Glück war es nicht der kalte Ostwind, aber er bremste ihn gewaltig.

Aber schließlich stand er doch vor der Sparkasse. Kaum hatte er die Tür geöffnet, da stürze sich Herr Friechmann, der Bankdirektor auf ihn. „Egon“, sagte er (im Großraum Rietberg duzten ihn eh alle) „etwas wunderbares ist passiert!“ Er drückte dem verdutzten Egon einen Blumenstrauß in die Hand. „Haaaatschi!“ nieste Egon. Wie konnte es auch anders sein… mal wieder vermalledeite Veilchen. „Was ist denn?“ brummte er. Mittlerweile war er von Sparkassen-Angestellten direkt eingekreist. Und alle lächelten ihn an. Das ihn so viele Menschen angelächelt hatten… wie lange war das wohl her? Mauerfall? Er wusste es nicht mehr.

„Egon Du hast beim Gewinnsparen gewonnen!“ lachte Direktor Friechmann. „Und jetzt?“ stammelte Egon.

„Und jetzt fliegst Du mit deiner Ida nach Amerika!“ Das er nicht auf der Stelle umfiel war alles…

Die nächsten Momente nahm er kaum bewusst war. Nicht die Heimfahrt auf seinem grünen Rad. Auch nicht Idas Freudentaumel und die ganze Hetzerei mit Klamotten packen. Er war erst wieder bei Sinnen, als sie im Flugzeug saßen.

„Ida wo fliegen wir eigentlich hin?“ brummte er. „Nach California…Los Angeles!“ Sie stiegen im Hollywood Roosvelt-Hotel ab. Der Aufzug brachte sie in den Fünften Stock. Zimmer 152 sollte ihr kurzes Zwischenzuhause sein. Nach dem langen Flug musste Egon aber erst einmal den Jetlag verdauen. Er schnachte so heftig, dass die Nachbarn aus 153 und 151 sich durch laut klopfen bemerkbar machten. Dann ging es wohl ausgeruht in die Universal Studios und anschließend shoppen auf dem Rodeo Drive. Beiden wurde schwindelig. Egon wegen der vielen Menschen, Geräusche und Gebäude, Ida wegen der zahlreichen Geschäfte und der horrenden Preise. „Nein, nein“, wetterte Egon. “Was zum Donnerwetter hat sich der Friechmann bei der Reiseplanung nur gedacht?“ „Ach Egon, morgen geht doch weiter!“ tröstete Ida ihn. Und recht hatte sie.

Er hatte noch nie was von Talladega und dem Talladega National Forrest gehört. Wunderbar sein Egon-Anker! Soooooooo viel Grün. Und die Bäume dort waren so groß… stellenweise an die 43 Meter hoch. Und wie viele Bäume möchte hier wohl sein… 6539 oder etwas noch mehr? Egon grinste über alle 4 Backen und Ida freute sich mit ihm. Von Talladega ging es dann wieder nach California. „Neiiiiiin!“ brüllte Egon „nicht wieder Loooooooooooo….“ Aber Ida undterbrack ihn. „San Francisco“ lächelte sie. „Oh ich mag dieses Lied!“

„Was hat ein Lied nur mit der Stadt zu tun?“ dachte Egon, sagte es aber nicht, denn seine Ida mit ihren roten Wangen sah zauberhaft aus.

Sie stiegen im St. Regis Hotel ab. Auch hier wieder im fünften Stock. Nach einem Schönen Frühstück für umgerechnet 65,03 € besichtigten sie die Golden Gate Bridge und später noch Alcatraz. „Ich finde die Brücke hätten sie besser mal gelb gestrichen. Ich mag Rot nicht!“ Brummte er. „Und wenn Du so weiter meckerst, schubse ich Dich in eine Zelle und lasse Dich hier!“, neckte ihn Ida. Am nächsten Tag war sie auf dem Weg nach Anchorage. „Alaska! Das Land wo ich schon immer hin wollte. Der Friechmann kann doch was.“ Ihr Aufenthalt dort war für seinen Geschmack viiiiel zu kurz. „Kansas City. Ach jaaaaaa!“ lachte Ida. „Da ist doch dieser entzückende Eisbär, den alle sehen wollen. Egon und Ida durften ihn sehen, obwohl Egon lieber gesagt hätte „Wir mussten ihn sehen“. „Ich will richtige Bären!“brummte Egon gereizt.

Ein Anruf bei Friechmann und sie saßen im Flieger. Er hatte schnell nach Egons Wünschen umgebucht. Sie fanden sich in Fort Yukon wieder. „Waaas… mit dem Kanu!“, stammelte Ida. Sie schaute auf die reissenden Wassermassen und war ganz weiss im Gesicht. „Im Leben nicht Egon, keine zehn, keine Hundert Pferde bringen mich da rein!“ Was tut man nicht alles für seine Liebste, dachte Egon. Sie hatten eine schönen Abend in einem kleinen Bed&Breakfast, wo sie sich in trauter Harmonie aneinander kuschelten. Was war ne Kanutour schon gegen seine glückliche Ida!

Die nächste Station ihrer Amerikareise war nicht mehr die Ostküste. Es ging nun nach Delaware. Hier hatte Friechmann in einem schnuckeligen Park – ach ja es war der Henlopen State Park – ein wirklich tolles Blockhaus für die beiden gemietet. Zwei Tage Ruhe, Wald und Meer.

Als nächstes landeten sie in St. Louis. Egon bestaunte das Gateway Arch. „Na ja, wenn ich so viel Stahl hätte…!“. Er stellte den Gedanken aber schnell ein, denn ein 192 Meter hoher Stahlbogen am Brinkkamp 51…Er grinste. Der botanische Garten gefiel ihm auch aber er wollte lieber wieder nach Cape Henlopen! Und da der (Bank-)Kunde bekanntlich König ist… Friechmann regelte alles aus der Ferne. Wieder 2 Tage Henlopen!

„So, nun möchte ich aber wieder heim!“ Egon vermisste seinen Garten. „Ach bitte Egonlein… noch eine Station. Es ist eh die Letzte.“ bettelte Ida.

Und so bärbeissig er sein konnte, für seine Ida…. „Na guuuut. Wohin geht es denn?“ Ehe er sich versah landeten sie in Tuscon. Von dort aus ging es auf eine Pferderanch. Ein Ritt durch die Wüste… na klasse und für alle außer Egon gab es ein Pferd. Er musste ja unbedingt aufs Klo. So bekam er nur den Esel. Die Sonne brannte ihm auf den Pelz, Schweiss tropfte und die Mitreitenden drehten sich immer wieder um und lachten. „Vermalledeit…,“ brüllte Egon „was glotzt ihr so?“ Zum Glück verstand ihn niemand. Nur Ida gab ihm einen Schubs. Da plumpste er vom Pferd und….

… und als er die Augen aufmachte lag er auf dem Boden neben seinem Bett.

„Egoooon? Alles in Ordnung? Du hast im Schlaf gesprochen?“ Es dauerte eine Weile bis er begriff. „Egon bist Du wach? Wir wollen doch heute nen Ausflug nach Bielefeld machen!“

Er grinste… na gut, dann eben Bielefeld.

Und die Moral von der Geschicht

Schuster bleib bei deinen Leisten und Egon in Nordhagen!