Archiv-Grüße

Letze Woche, genauer gesagt Sonntag, erzählte ich Euch von meinen Meinschatz-Märchen.
„Nochmal…. wie geht’s weiter!“ Das fragt mein Sohn nach jeder Geschichte. Und auch ich bin der Meinung, dass da noch was geht oder fährt, und zwar…

Egon! Schon wieder auf seinem Egon-Fahrrad. Er macht Nordhagen, sein Heimatrevier, unsicher. Hier sucht er nicht nur Veilchen für seine Frau Ida oder seinen Anker. Nein, denn er sammelt alles, was er meint mal gebrauchen zu können. Das kann eine alte Kuckucksuhr sein, oder ne Tasse oder sogar eine alte Autotür, schon rot vor lauter Rost, die er mal im Graben fand. Er hatte so viele Ideen im Kopf. Er verstaut alles auf seinem Rad, ihr erinnert euch das grüne, alte, klapprige Gefährt über dass alle so lachen.
Heute hatte Egon einen wirklich guten Tag gehabt und kehrte dermaßen voll beladen zurück. Er hatte mal wieder was im Graben gefunden. An der B64. Da fand er immer was. Er hatte viel im Dreck wühlen müssen dafür und auch noch ein paar Veilchen mitgebracht. Seine Fingernägel, Hände und Arme waren schwarz. Aber der Einsatz hatte sich gelohnt. Schwungvoll bog er in seine Einfahrt und hätte dabei fast Jonas umgefahren. Jonas war der jüngste Sohn seines Nachbarn Simmernicht. „huhuhuhu“ lachte der Junge „Egon-Fahrrad-Hochhaus im Anflug“. „Ruhe zum Donnerwetter“. Egon war müde und kaputt. Da konnte er schon mal sehr komisch werden.
Pammmmm…….. vor Wut ließ er sein Rad gegen die Scheune krachen. Er sah den Jungen an, wie er da stand, rote Backen freches Grinsen. So ein Kind hatte ihn schon damals in der Grundschule in Ostenland geärgert. Der Rotzbengel hatte noch dazu rote Haare gehabt. Na das passte ja. Vermalledeiter Bengel, dachte Egon und verschwand im Haus.
Sonst schaute er gerne nochmal durch seinen Garten. Setze sich dann oft auf die Bank und genoß, die Sonne rosa untergehen zu sehen. Heute allerdings hatte er dafür keine Augen mehr. Ihm war kalt. Das lag am schneidigen Ostwind. Er sehnte sich nach nem schönen Ida-Kaffee und seinem Sessel. Mittlerweile war er ja schon nen älteres Modell mit Runzeln und grauen Haaren, da darf man sich auf solche Sachen am Ende seines Tages freuen dachte er. Es war grad 20.15 Uhr – Tagesschau vorbei – als ihm die Augen zufielen. „Ssssssss….rrr…..ssss…rrrrrr“ das ganze dreimal hintereinander. Dann kurze Stille, um dann doppel so laut wieder loszulegen. Ida, seine Liebste ertrug es. Schließlich deckte sie ihn sanft zu und ging dann selbst ins Bett. Das war so um 9. Oder war es doch schon 10 gewesen?
Mitten in der Nacht schreckte Egon hoch. Er sah die Ziffern der Uhr schimmern. „Mein Rad“ überlegte er noch, entschloß sich aber doch, den direkten Weg ins Bett zu nehmen. Am nächsten Morgen krähte um 5.30 Uhr der Hahn von Bauer Wolle aus der 57. Ego schaute aus dem Fenster. Der Tau schimmerte weiss auf seinem Rasen. Ihm fiel sein Rad ein, was er mit seiner gesamten „Beute“ einfach draußen gelassen hatte. Schnell anziehen und raus. Egon schaute sich suchend um. „Wo ist mein Rad?“ Weg! Das grüne Rad, sein Egon Fahrrad war einfach weg. Egon konnte es nicht fassen. „Ida Donnerwetter“ brummte er „hast Du mein Rad weggestellt?“ Aber sie verneinte. Er lief den Brinkkamp hinauf und hinab und mittlerweile brüllte er vor Zorn: „Aaaaaah, mein Raaad ist gestoooooohlen. Ich dreh am Raaaaaaad!“ Egons Nachbarn kamen gelaufen, seine Lautstärke kratze an den kritischen 180 Dezibel. Frau Rabeneck aus der 48 wollte Egon beruhigen. Herr Riesmann aus der 23 schug vor „112… sollen die sich doch um das Pack kümmern!“ Und Herr Baumgarten aus der 51 staunte nur. Mittlerweile war Egon nicht mehr nur wütend sondern auch noch verzweifelt und sehr sehr sehr traurig. Er setze schnell seine braune Sonnebrille auf, damit niemand bemerkte, wie nah ihm der Verlust ging. Da öffnet sich die Tür von Simmernichs und Jonas, der zur Schule radeln wollte schaute sich fragend um. Dann entdeckte er Egon. „Duuuuuu, Egon“ druckste Jonas „es tut mir Leid wegen gestern. Das ich so frech war. Entschuldige. Damit Du wieder lachen kannst habe ich gestern abend noch dein Fahrrad geputzt. Es war so grau vor Staub. Ich habs dann bei uns in die Garage gestellt.“ Jetzt grinsten alles Nachbarn und Egon freute sich. Sein Egon-Fahrrad und seine gesamte „Beute“ waren noch da. Er lachte laut und streichelt liebevoll sein altes, klappriges Rad. „Mein Schatz, dich lass ich nicht mehr aus den Augen!

Und die Moral von der Geschicht…
manche Überraschungen sind diiiiiiiebiiisch guuuuuut.

Geschichten-Nachruf

Ich habe schon vor Monaten den Waldmulti, den ich für meinen Sohn Tim gelegt hatte, ins Archiv geschickt. Die Wartung und Muggelei nahm kein Ende. Leider! Ich bedauere das sehr, denn es steckte viel Arbeit in den Stationen. Einfache Rätsel für Kinder, liebevoll gebastelte Stationen und eine kleine Geschichte drumherum. In ihr wurde der Weg des Multis beschrieben.
Ich habe mich entschlossen, euch zumindest ein paar meiner Geschichten nicht vorzuenthalten. Mit Tims Waldabenteuer fange ich jetzt an:

Wenn ich mit Tim spazieren gehe, erleben wir so manches Abenteuer. Folgt uns einfach…
Jim und Tillo haben eine Schatzkarte gefunden. Sie führt sie zu einer Sperre. Dort können Sie ihre Räder abstellen. Da man nie so genau weiss, was einem im Wald erwartet ziehen sie Schleudern aus der Hosentasche. Steinchen eingespannt und aufmerksam schauen sie nach links und rechts.
Was ist das? Ach nur ein freundlicher Baumwart. Er weist ihnen den Weg. Vorbei an Tannen und Abzweigungen wagen sich die beiden tiefer in den Wald. Der Baumwart war freundlich, aber ist es der grüne Mann auch? Sie schleichen sich leise an ihm vorbei, denn sie wissen genau was sie wollen. Nicht Gold und Silber, sondern Ruhm und Ehre.
Der Wald lichtet sich. Ratlos schauen sich die beiden Jungs an. Hat hier ein Riese mit den Bäumen Kegeln gespielt? Vielleicht kommt er wieder? Schnell umsehen und dann nichts wie weg, meint Jim!
Dunkle Wolken ziehen auf. Es donnert. Den beiden wird ganz mulmig, doch gehen sie mutig weiter. Krawummmm… ohrenbetäubend schlägt der Blitz ein. Jedoch unsere Freunde bleiben unverletzt. Hier bleibe ich keine Sekunde länger, ruft Tillo und zieht Jim zurück. So stolpern sie weiter. Lassen ihren Blick schweifen, werden ruhiger und können den Schrecken vergessen. So gehen sie weiter, bis es nicht mehr geht, dann ein großer Sprung und sie können das Hindernis überwinden. Ha, lacht Tillo, uns hält nichts auf. Sie schauen auf ihre Karte. Wo sind wir nur? In ihrer Hilflosigkeit drehen sie sich im Kreis, heben die Hände zum Himmel und suchen nach einem Stern der den Weg zeigt.
Ich habs! sagt Jim und auch Tillo strahlt. Jaaaaaaaaa, dort!
Mit vereinten Kräften ist das ersehnte Ziel erreicht. Mit stolzgeschwellter Brust und hocherhobenem Haupt kommen die beiden Jungs aus dem Wald. Dieses Abenteuer wäre geschafft!

Viele Grüße an alle, die Jim und Tillo auf ihrer Fährte gefolgt sind!

MMT – Ein TB erzählt deine Geschichte!

Ab sofort schicke ich einen neuen TB auf die Reise – ms71-Memorandum-TB … Ein Blog geht auf Reisen. Nein, Quatsch, ein Blog nimmt Euch mit auf  TB-Reise.

Wer diesen TB findet, hat die einmalige Chance, etwas zum Thema Geocaching via LOG-Note zu posten. Schreibt über ein Cacheabenteuer, eine Bastelanleitung für tolle Dosen, den Start deiner Cacherbiografie, was Euch einfällt. Ich habe eine Extraseite eingerichtet, in welchem Eure Geschichte veröffentlicht wird. Wer mag, spielt Co-Autor bei ms71.

Veröffentlicht werden nur Beiträge im allgemein üblichen Rahmen von Anstand, Höflichkeit und juristisch Korrektem. Ich bin gespannt, was uns so alles erwartet.  Welche Geschichten Kollegen uns erzählen…

Gute Reise!

Quartalscacher-Nachlese

Gestern war es das erste mal soweit. Quartalscacher. Voll war es, lecker gegessen, viel geplauscht, neue Kollegen kennengelernt, alte Bekannte wiedergetroffen. Es war nicht das letzte mal. Danke für Euren Besuch!
Das wars? Nein, mit Sicherheit nicht, aber dies ist eine Möglichkeit Rückschau zu halten. Ich werde es mal auf eine, nämlich meine Art machen…

Die kleine Kneipe
Bodo Stubbekamp freute sich. „Endlich Wochenende!“ , sagte er zu seiner Rita. Schalke gegen HSV. Klasse. Er machte es sich in seinem Sessel gemütlich. „Rita holste mich mal nen Bier!“ die Füsse auf den Tisch und in freudiger Erwartung lächelte er Richtung Küche. „Wat? Fussball, nix da. Gleich kommt die Tina. Wir gucken hier Tirdy Tanzing. Ein toller Film, kannste mitschaun!“
Im Leben nicht, eher tot überm Zaun hängen, dachte Bodo sich und flüchtete in seine Stammkneipe. Da hat man seine Ruhe. Siggi Stutz sass schon da, den Kopf abgestützt und Blick auf die Kiste. Otto kam vom Klo „Noch nen Pils!“ und lies sich daneben auf den Hocker plumpsen. Da sass sie, die Altherrenriege in trauter Asylharmonie.

Die Tür ging auf, wie auf ein geheimes Zeichen drehten sich alle Köpfe Richtung Eingang…Bauch rein, Brust raus. Damenbesuch. Ein Lächeln, nein dreier davon. Was macht die denn hier, dachte sich Bodo. Zeit zum Schauen hatte er allerdings nicht, denn die Dame (übrigens ganz in Schwarz) huschte flugs nach oben. Wenige Minuten später kam sie wieder runter, Tür auf und raus. Na, das war aber nen kurzer Besuch, dachte er, da ging die Tür schon wieder auf. Vollgeladen mit ner Kiste kam die „Schwatte“ schon wieder. Doch bevor Bodo oder einer der Herren behilflich sein konnte, wollte, durfte, war sie schon wieder weg. Die Herren schauten sich fragend an. Der Blick huschte zum Fernsehen. Rumms. Alle zuckten zusammen, Gilsebrechts Kurt wäre vor Schreck fast vom Stuhl gerutscht. Und schon wieder die Frau in schwarz. Mit so nem laaaaangen Holzbrett. Jetzt grübelte Bodo aber mal so richtig. Überhaupt war heute viel Unruhe und oben im Saal rumpelte es. „Was ist denn hier los?“ fragte er den Wirt. „Da treffen sich ein paar Leute. Ävent, was immer das auch sein mag.“

Dann dauerte es nicht lange und es war wie auf nem zugigen Bahnhof. Andauernd ging die Türe auf. Total unbekannte Leute, dachte sich Bodo. „Die kommen von auswärts!“ stellte Hennes Tramer fest. Klugschiesser, dachte sich Bodo. Als dann sogar einer mit nem Stück Schlauch kam und hintenran ein, er rieb sich die Augen, pink bemützter, dachte er sich, jetzt schau ich aber selbst nach.
Mit seinem Bierchen in der Hand schlich er nach oben. Keiner schaute ihn genauer an, er fiel überhaupt nicht auf. So stand er, machte einen auf total unschuldig in der Ecke. Erst wollte er noch pfeifen, sparte es sich aber.

Ach was roch das hier oben lecker. So viel Grillage und Salat, sein Magen hing auf halb acht. Da saßen so viele Leute an den verschiedenen Tischen und quatschten und quatschen. Er konnte Dinge aufschnappen, wie aus einer anderen Welt. Von „Schätzen“ war da die Rede. Da hörte er aber ganz genau hin. So richtig reich sahen die aber nicht aus. Komisch, der eine hatte doch was von über tausend Schätzen gesagt. Das kann ja nix gewesen sein.
Auf einmal stand Bodo im Rampenlicht und konnte fast nix mehr sehen. Was ist denn jetzt los??? Boh was für ne Lampe, hörte er. Da testeten die Taschenlampen. Sein Blick schweifte rum… Eine Truhe auf dem Tisch. Unauffällig schlich er sich ran. Was ist das denn für komisches Geld. Die Währung habe ich noch nie gesehen. „Coin“ schnappte er auf. Ach dat kommt bestimmt von Coinesien.
Und was die alle so schrieben? Ein wirklich komisches Volk. Die hatten ohne Ende Spass. Viele von denen machten an ihrem Handy rum und quatschen dabei. Er konnte das Grinsen nicht unterdrücken. Seine Rita täte sagen „Na wat ne unerzogene Bande. Mit dem D-Zug durche Kinderstube!“ Hier schien das keinen zu stören. Kinder waren auch reichlich dabei. Kennt man ja bei Feiern. Die langweilen sich dann immer, wenn die Erwachsenen nur quatschen. Anders hier. Die hatten ne ganze Ecke zum Spielen. Und sogar Erwachsene spielten mit (dafür war das lange Brett gut). Zwischendurch blitzte es, weil Fotos gemacht wurden. Dann rannte noch jemand rum und fragte ihn nach seiner Handynummer und murmelte was von Telefonjoker. Klar, sagte er. Ich wollte schon immer mal zum Jauch inne Sendung.

Irgendwann wurde er dann angesprochen. Fragen über Fragen. Nick? Woher er denn käme… ach vor Ort. Eigene Homezone schon sauber? Gib mir mal nen Tipp zum Schäferhund? Er verstand nur Bahnhof. Aber auch das schien hier kein Problem zu sein. Ein Mann hatte seinen Klappcomputer mitgebracht. Er schlich sich ran … geocaching.com. Das sah aber interessant aus. „Kannst Dich gleich einloggen!“ sagte ein jungscher Typ zu ihm. Das war sein Stichwort. Er hatte genug gehört. Das musste er seinen „Thekenkollegen“ erklären.

Nach ein paar Minuten sagte der Wirt zu ihm „Bodo, ich denke für heute hast Du genug getrunken!“ Die Altherrenriege schaute ihn aus glasigen Augen an und johlte vor Lachen. „He, Bodo ist schon 1. April?“
Brummelig ging er nach Hause. Der Rita brauchte er davon auch nix erzählen. Die hatte so nen verträumten Gesichtszug und schwärmte was von Hüftschwung und Patrick.
Er setzte sich an den Computer. Internetsuche, geocaching.com, Event… und dann ward er nicht mehr gesehen.

So war das in der (nicht so) kleinen Kneipe

P.S.: Ich bitte kleinere künstlerische Freiheiten in Kauf zu nehmen. Der nächste Quartalscacher zur Realitätsüberprüfung kommt bestimmt!
Fotos sind hier später auch alle zu sehen. Bitte um Geduld.