Genau so komme ich überall hin/durch

Vor zwei Minuten hat es pling gemacht… Eine Log-Mail bzw. ein „Attended“. Na und, was ist daran besonders?
Ganz einfach: das Event findet erst nächsten Monat statt. Aber weil man sich im Datum geirrt hat, von weit her kam, kann man ja dort was essen und das Event loggen. Warum wundere ich mich nur? Ich bin sprachlos, ob der Dreistigkeit. Mal sehen, wie das andere Owner sehen. Ich war beispielsweise schon an Nord- und Ostsee. Logisch also, dass ich mich mal gleich hinsetze und meine Logs für die Nord- bzw. Ostseetaufe formuliere.

Sissicacher und Vorbeifahrlogger

Meine lieben Freunde des Geocachens!
Heute möchte ich euch zwei Krankheitbilder des Cachens näher bringen. Den Sissicacher und den Vorbeifahrlogger.

Der Sissicacher ist ein Typ Dosensucher, dem die Fähigkeit zum Detail abhanden gekommen ist. Er wagt sich weder in luftige Höhen noch ins Wasser oder Gelände schwierigster Art. Trotzdem loggt er Caches dieser Güteklasse online. Ein typischer Log klingt etwa so:
„Heute habe ich die Dose im Baum gesehen.“
Der Sissicacher wird getrieben von einem enormen Wunsch nach Anerkennung und Punktehascherei. Motiviert durch Gier, das Profil aufzuhübschen (genauer gesagt die T-Wertung) ist er gnadenlos. Er ist im Aktionsverhalten sehr zurückhaltend. Geht keinerlei Risiko ein. Ob aus Weitsicht oder Bequemlichkeit ist individuell verschieden. Menschen dieses Typus reagieren auf den Krankheitsnamen sehr aggressiv. In dem Fall besteht noch Hoffnung. Eine Restspur von (schlechtem) Gewissen meldet sich.
Der Sissicacher spaltet die GC-Community. Einerseits wird er ob seines Defizites belächelt. Andererseits kann man sich enorm über ihn aufregen, sowohl der Owner als auch Kollegen.

Ein wenig extremer ist der Vorbeifahrlogger. Er ist in der Nähe eines Caches, sieht ihn und loggt ihn online. Dabei hätte er durchaus die Fähigkeiten, um sich GC-konform ins Logbuch einzutragen.
Ihm fehlt es an jeglicher Motivation. Er hat das Geocachen in den Grundzügen nicht verstanden. Ihm reicht es, per pedes, Rad oder Auto durch die Gegend zu fahren.
Ein typischer Log sieht etwa so aus:
„Konnte aus dem Auto die Dose sehen. Um Platz zu sparen, habe ich mich nicht eingetragen.“
Über die Gründe kann an dieser Stelle nur spekuliert werden, da diese Exemplare extrem Eventscheu und resistent sind.
Vielleicht liegt Stress zu Grunde oder einfach eine absolut andere Auslebung des Geocachens. Fakt ist, dass sich jeder Owner über sie ärgert.

Wie kann man dem Sissicacher und dem Vorbeifahrlogger helfen?
Konsequent ist es sicherlich, den Log zu löschen. Das muss jeder Owner persönlich entscheiden.
Die Kontaktaufnahme via Mail können lediglich einen Schupps in die richtige Richtung geben. Erzeugen jedoch in den meisten Fällen noch mehr Puls.
Beiden Typen haftet das Siegel „Beratungsrestistent“ an.

Mein persönlicher Tip: Der Selbstbeschiss ist gewiss! Wer es denn nötig hat! Ich ärgere mir keine grauen Haare oder Falten.

Bullshit

Kritik in ungefilterter Reinkultur! Für den, der sie so vor den Kopf geholzt bekommt, ist sie das Letzte.

Kritik ist…
… auf jeden Falll nicht nur negativ. Sie birgt die Chance auf Weiterentwicklung, Verbesserung und breitere Akzeptanz.

Kritik passt in Zeiten von Facebook und Co. aber anscheinend nicht mehr in Bild. Gibt es doch nur den „Gefällt mir“-Button. Zu allem den Daumen hoch. Die Alternative ist, sich via Komentar zu outen.

Kritik ist, wenn man dem Kollegen auf die Füße steigt. Also man so garnicht gut. Wo wird Kritik geäußert? Auf Events, in der grünen Hölle und im Listing. Zusätzlich stehen soziale Netzwerke wie Twitter oder Blogs zur Verfügung. Eigentlich ganz viele Möglichkeiten, um an Verbesserungen (gemeinsam) zu arbeiten. Und was machen wir aus dieser enormen Vielfalt? Einige nutzen diverse Kanäle und die direkte An- bzw. Aussprache, um Unstimmigkeiten, verschiedene Meinungen zu klären und Feedback zu geben. Das ist oft ein steiniger Weg. Wer es wagt ist unliebsam, ein Querulant, anstrengend. Aber ehrlich!
Viele Kollegen schreiben oder sagen nichts. Denken im Stillen. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Ist es wirklich so schlimm? Sind wir alle eine Horde von Ja-Sagern, mit einzelnen, wertvollen „Unikaten“ dazwischen? Immer den Daumen hoch?

Ich zitiere einen Kollegen (mk799), der via Kommentar zum Thema „Loggen und Kritik“ folgendes schrieb:
„Hmmm, was macht man da nur? Vielleicht sollten Logs wie Arbeitszeugnisse geschrieben werden, diese sind ja bekanntlich immer wohlwollend formuliert; wahrscheinlich wäre es schon einen eigenen Beitrag Wert oder gar einer eigenen Wissenschaft

Mal ein paar Beispiele:

Der Owner legte mit großen Eifer die Stationen. (=Viel Mühe, aber wenig Sinnvolles)

Die Rätzelstation wusste der Owner intensiv zu vertreten (=Er hat ein übersteigertes Selbstbewusstsein)

Seine Standpunkte stellt der Owner in selbstbewusster Art vor
(=arrogant, anmaßend; besser: Er ist ein selbständige Persönlichkeit, die seinen Standpunkt
vertritt, doch stets in angemessener Weise)

Er ist ein anspruchsvoller und kritischer Geocacher
(= Er ist egozentrisch und nörgelt gerne)

Wir wünschen dem Owner für die Zukunft weiter schone Cacheideen. (=Ironie)“

Also wenn es soweit kommt, dann logge ich nur noch via Standardsatz. Ich denke ein guter Weg für Kritik ist, auf Sprache zu achten. Hilfreich bei der Formulierung ist generell eine Nacht drüber zu schlafen. Dann ist der erste Brast weg. Sachlichkeit ist der Grundtenor! Trotzdem: Vielleicht gibt es ja doch etwas, was positiv erwähnt werden kann. Und wenn es „nur“ die gute Absicht war.
In selbiger wurde dieser Artikel verfasst. Wer also meckert, wird blockiert, ignoriert oder öffentlich gesteinigt (das war Ironie).

In dem Sinne, seid nett zueinander und bleibt (werdet) kritisch. Daumen-Hoch gibt es in unserer Welt massenhaft.