Und wieder in die Nacht

Ja, es ist Saison. So nutze ich mein bescheidenes Nachtcache-Wissen, um mich morgen wieder auf die Pirsch zu begeben. Eine geschätze „Altlast“. Beim letzten mal konnten wir den Kelch der grauen Mönche nicht zu Ende laufen (Zeitmangel, Müdigkeit). Es ist ein vielgelobter Cache, der aber sehr lang ist. Gut für uns, weil wir mittig einsteigen können. Somit besteht nicht die Gefahr, in einem Gruppen-Pulk zu maschieren. Ist generell bei diesem Cache aufgrund seiner Länge wohl nicht zu erwarten.
Aprporos Erwarten?
Ich erwarte eine schöne Wanderung durch den nächtlichen Wald. Für mich brauchen es keine aufwendigen LasVegas-Lichteffekte zu sein, die mit jeder Station spektakulärer werden. Ich bin genügsam!
Aber was ist mit Euch? Ist euch das laufen nach Reflektoren zu einseitig? Erwaret ihr Lichteffekte, technischen Kram oder sonstige Finessen?

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Nächtliche Stille

Wir schreiben den 1. Oktober. Frau Schatz hat den ganzen Tag gewirbelt in Vorfreude auf den Abend.
Geplant ist ein Nachtcache – der Nachtcache in der Region. Und zwar Lichtspiele. Wenn man die Logs liest, geht die Phantasie auf Reisen. Abwechslungsreich und tolle Effekte, viel Arbeit und Herzblut muss drin stecken.
Das erzähle ich im Auto meinen Mitstreitern. Zur heutigen Crew gehören mein Sohn, sein bester Freund und die Mama seines besten Freundes. Nachdem sie beim letzten Nachtcachen mit dem Geocaching-Virus infiziert wurde, können bei der heutigen Tour die neuen Lampen getestet werden (das andächtige Schweigen beim ersten Einschalten unterstrich die neugewonnene Helligkeit… kleiner Insider).

Angekommen am Start freuen wir uns auf Stille (schliesslich war der Tag hektisch genug). Diese hält bis Station 2 an… dort steht ein Trupp von ca. 6 Erwachsenen und x Kindern. Ich habe mit so was gerechnet, also warten wir. Das Angebot zusammen zu laufen, lehnen wir dankend, denn Stille wollen wir. Auf dem Weg zu Station 3 können wir sie geniessen. Etwas abseits unserer Route sehen wir diverse Lampen im Unterholz rumwuseln. „Ne, da müssen wir nicht hin!“, sage ich zu den Kindern. Entweder die sind falsch oder wir sind es, lachen wir Erwachsenen. An Station 3 nimmt das Drama seinen Lauf. Wir stehen da und überlegen und überlegen und überlegen noch ein bisschen, da kündigt sich die nächste Truppe an, die in einiger Entfernung ein bisschen gewartet hat.
Uns fällt die Kinnlade runter, Wir reiben uns die Augen. Nein, das kann nicht sein?
Doch, eine Truppe von schätzungsweise 20 Leuten. Einer von denen grinst uns an und sagt „Hier ist aber heute viel los!“. Das ist genau der Punkt an dem wir uns für Abbruch entscheiden.
Ich habe einen Hals…
Nicht, wegen des Abbruchs! Wie kann man nur ein einem so großen Rudel nachts durch den Wald spazieren? Nachtcaches sind eh im Sinne des Wildschutzes eine bedenkliche Angelegenheit. Verantwortungslos! In mehrfacher Hinsicht!
Ist das der Preis, für die vielen Favoritenpunkte? Ein total überlaufener nächtlicher Bahnhof? Das kann über kurz bzw. lang nur auffallen. Und die Folgen? Aufgebrachte Anwohner, Jagdpächter und Fortbesitzer sind nicht doof. Sie können für ein jähes Ende dieses bestimmt genialen Caches sorgen.
Muss das sein? Nach euch die Sintflut? Schade, dass anscheinend immer mehr Cacher so denken (wenn sie überhaupt denken).

Und unsere Crew? Wir haben uns für „Quelle der Liebe – reloaded“ entschieden. Eine superschöne Runde durch die pechschwarzes Nacht. Unsere Zeugen: Mond, Sterne und ein einsames Käuzchen. Der Wald hat uns dermaßen verzaubert. Auch wenn wir hier abbrechen mussten (die kleinen Schatzsucher waren zu müde), bedanken wir uns für genau das, was wir gesucht haben – nächtliche Stille! Wir kommen gerne wieder.

Nachtcache-Saison

Der Herbst ist da. Es wird früh dunkel und somit die optimale Jahreszeit für Nachtcaches. Um entsprechenden Cachetyp schnell finden zu können, ist diese Karte hilfreich.

Das A und O ist die richtige Ausrüstung.
Ich empfehle zusätzlich zur Cacherausrüstung folgendes:
– eine gute Taschenlampe (Testberichte)
– eine Stirnlampe (wenn man mal die Hände frei haben muss)
– UV-Licht
– Lasepointer
– Multitool
– genügend Akkus

Was einem Nachts an technischen Finessen so alles begegnen kann, könnt ihr hier nachlesen.

Ein paar wichtige Tips zum Schluss:
Nachtcaches, ausserhalb von urbanene Regionen, solltet Ihr niemals allein gehen!
Solltet Ihr Euch in Wäldern aufhalten, dann sind Vollmondnächte wegen Jagdbewegungen gefährlich!
Benehmt Euch, wie es sich für das Schlafzimmer der Tiere gehört, nämlich rücksichtsvoll!
Haltet Euch an das Wegenetz im Wald!

Dieser Artikel entstand nachts… Daher erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die erfahreren Nachtcacher können gern ergänzen.

Bis bald im Wald und wehe einer leuchtet mir in die Augen!