Psychohygiene

Heute war das Maß voll. Nach nunmehr 9 Monaten und ein paar netten mails ist mir der Kragen geplatzt…

Da hat sich ein Newbie einer meiner TBs unter den Nagel gerissen und gleichsam wohl kurzen Reinschnuppern ins Hobby es auch wieder gelassen. Kein Verlust? Doch – zumindest ein paar Tränchen wegen Cachers last hope.

Und weil ich mich so machlos fühlte, musste ich wenigstens eine letzte mail zum Auskotzen schreiben.

„Hallo!

Ich bin mittlerweile echt sauer, weil Du so lange meine TB Cachers last Hope hast. Du hast ein paar Caches gesucht und mittlerweile anscheinend kein Bock mehr auf das Hobby. Es scheint Dir auch schnurzegal zu sein, dass Ich schon mehrfach geschrieben habe.
Ich finde es scheisse, dass Du meinen TB nicht einfach in irgendeine Dose legst oder ihn jemandem gibst, der noch cacht.
Na ja vielleicht kommst Du mal in eine ähnliche Situation. Dies ist meine letzte mail. Wahrscheinlich löscht Du sie, aber eines lass Dir gesagt sein…. Ich wünsche Dir Pickel am Arsch, Impotenz, Kinderlosigkeit, Privatinsolvenz und weiss der Geier was noch beschissenens.

Ignorant!!!“

Und wer noch kondollieren möchte….YT5MY9

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Lebe wohl, Adieu Du letzte Hoffnung!

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Knausriger Kascher

Weniger ist oft mehr, oder doch besser mehr ist oft weniger? Entscheidet selbst…

Lionell ist ein pfiffiger Mann, der Euros und vor allem Cents schätzen kann. Seine Sparsamkeit oder sollte ich doch besser von Pfiffigkeit sprechen, erreichen oft seltsame Spitzen. Vor ein paar Tagen entdeckte er beim Surfen den Begriff Geocachen. Das hat ihn angesprochen. Draußen sein ist ganz nach seinem Geschmack. Der Basis-Account bei Groundspeak ist ratzfatz erstellt. Nun ist er neugierig und will gleich los. Leider fehlt im das für uns übliche Equipment (der Geocacheapparat). Egal, er liebt Herausforderungen und sucht per Googlemaps. Zugegebenermaßen etwas grob, aber für den Anfang wird es wohl reichen. Nach drei Stunden Suchen hält er glücklich sein erstes Döschen in den Händen. Einmal Blut geleckt, will er nun seine Ausrüctung optimieren. Zum Glück kann er sich vom Nachbarn das Navi ausleihen. Es hat sogar Koordinateneingabe. Viiiel besser als die Zoomfunktion. Nun kann er sich an größeres wagen: der erste Multi. Leider ein Treffer ins Klo, denn mit der Peilung hapert es (Sonne weg, keine Bäume wegen der Moosseite). Hier hilft ihm nur ein tageslanges, in Rastern eingeteiltes Steinumdrehen und sein abgemessenes Seil. Ein bisschen befremdlich ist die Reaktionen von Anwohnern. Eines muss man ihm lassen, seine Ausrede war absolut nicht newbielike („Ich trainiere Seiltanz zunächst am Boden!“).
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und seine Fundzahl steigt langsam aber stetig. Auch wenn sein Nachbar mittlerweile mosert, weil Lionell so oft sein Navi braucht.

Eines Tages beschießt Lionell, selbst einen Cache zu verstecken. Er hat sich eine Location ausgesucht, die frei von Schnickschnack ist. Weder Wald, noch Stadt, noch Land, noch Fluss. Ein Parkplatz! Praktisch zu Finden, schnell zu weiterfahren. Störungsfrei. Wnig Aufwand, große Wirkung, denk er sich. Er hat das häusliche Cito sofort genutzt, um ein passendes Behältnis zu finden. Die Brausetabletten sind eh alle und diverse Kassenzettel bieten auf der Rückseite reichlich Platz zum Schreiben. Tarnung? Ach jaaaaa ein paar Plastikreste dran und fertig ist die passende Tarnung. Das Listing ist flott erstellt. Titel: Dose Text: Schönes Suchen!
Und genau das wird es sein, schließlich sind seine Koos per Nachbars Navi vermessen (den doppelten Boden über Googlemaps).

Liebe Kascher gebt fein acht, so manch Lionell solche Dosen macht. Verzweifelt nicht an Fehlern und Stolpersteinen, den offensichtlichen oder kleinen und gemeinen. Verliert niemals den Humor, sondern sucht bei Newbiedosen doll und mit Bravour. Da lobe ich mir eher den zweiten, dritten oder 20. Gang, weil ich dann Dank eurer Spuren leichter die Dose finden kann.

Wenn Kinder Caches legen

Seit einiger Zeit sind immer mehr Kinder und Jugendliche, die sich in meiner homezone als Owner probieren. Sie locken an Orte, mit denen sie persönlich etwas verbinden oder von dem sie meinen Interessantes berichten zu können. Erfahrungsgemäß (meiner zumindest) sind hier in erster Linie Dosen zu finden, not more not less. Wenn Pappa oder Mama mitgeholfen hat, wird was Hochwertiges draus (leider keine Faustregel). Und was passiert nach dem Auslegen? Die Kids warten auf „ihre ersten Logmails“.

Und jetzt kommen wir „Großen“ daher. Kritisieren was das Zeug hält, lassen Massenlogs bzw. Shortlogs da. Alles in allem nicht wirklich schön für einen kindlich-jugendlichen Newbie im Haifischbecken der X-Tausend Highclass-Dosen-Finder. Ich finde Kritik generell gut, allerdings sollte sie positiv formuliert werden und konstruktiv sein. Machmal bietet sich dafür eher der direkte Kontakt via mail an.

Meine Bitte: Wenn aus dem Listing ersichtlich ist, dass es sich um einen kindlichen bzw. jugendlichen Neu-Owner handelt, seid nachsichtig und konstruktiv. Wir haben alle mal so angefangen. Manche Dosen von gesetzten Altcachern sehen heute noch nicht besser aus. Bedenkt, diese Neulinge können irgendwann die tollsten Dosen an genialen Locations legen, wenn sie nicht im Keim gefrustet und vergrault werden.

Ausbildung als Chance

Nein, das ist kein Artikel über Jugend und Arbeit.

Zur Zeit komme ich selten selbst zum Cachen. Wenn überhaupt sind es flotte Tradis am Wegesrand, die selbst ein blinder mit Krückstock finden kann (allerdings muss es ein blinder Cacher mit Krückstock sein). Das frustet mich ziemlich. Sollte das so weiter geht, nutze ich meine Lock&Lock-Dosen wieder auf herkömmliche Weise.

Der einzige Lichtblick ist eine Veranstaltung, die mich 2009 selbst aufs Cachen aufmerksam gemacht hat. Eine Kollegenfortbildung zum Geocachen. In einer kleinen Runde wird Input zu Thema gegeben. Anschließend ein selbstgelegter Multi gesucht. Bin schon ganz neidisch, weil ich denen wirklich nette Stationen gezaubert habe, um die Möglichkeiten aufzuzeigen. Als Bonbon dürfen die Teilnehmer soger einen echten Cache (nämlich meinen) suchen. Anschließend erfolgt der Transfer auf unsere Arbeit bzw. Einsatzmöglichkeiten bei Kinder und Jugendlichen.

Ob ich mich sorge, damit die Nische größer zu machen? Welche Nische? Dosensuchen ist mittlerweile sehr bekannt, aber es zu kennen heisst nicht, es zu mögen bzw. selbst zu betreiben. Ich vertrete nach wie vor den Standpunkt: Wer auf Dosensuche geht, sollte wissen, wie es funktioniert und welche „Spielregeln“ gelten.

Ich werde den Montag genießen. Gegen Bezahlung von meinem Hobby sprechen und geführtes Cachen zu betreiben. Bin mal gespannt, wie sehr sich die Teilnehmer beim Suchen ereifern und hoffentlich glänzende Augen beim Fund der gebastelteten Finaldose bekommen.

Locationswahl

Gestern wurde ein Cache gepublished, der mich nun veranlasst ein paar Zeilen zum Thema geeignete Location zu schreiben.
Stein des Anstoßes ist ein Schulcache. Schulen bzw. Kindergärten oder Spielplätze zu bedosen, finde ich suboptimal. Zu Öffnungszeiten muss ein einzelner Cacher aufpassen, dass er nicht flott in die Schublade des Spanners (oder schlimmeres) gesteckt wird. Bleibt nur die Abendzeit bzw. die Ferien oder man kommt mit dem eigenen Nachwuchs bzw. borgt sich Pseudo-Kids aus. Ausserdem ist die Gefahr des Enttarnens einer Dose ziemlich groß. Kinder bekommen vieles mit (vor allem, das, was sie nicht sollen). Ist das die Intention eines Owners? Wünscht man sich als Dosenleger nicht Funde und/oder nette Logs?
Ich für meinen Teil suche nicht mehr jede Dose und wenn ich Schule oder Kindergarten in der Beschreibung lese, schreckt es mich eher ab. Schade eigentlich, denn vielleicht würde sich so manches Döschen bei mehr Cacher-Erfahrung an anderer Stelle um so besser machen.

Wie Perlen auf einer Schnur? oder Alles muss bedost werden!

Seit ein paar Tagen pingeln die Benachrichtigungsmails. Eine nach der anderen. Sauber in meine Homezone (in diesem Fall nenne ich es schon fast den Vorgarten) gelegt. Oder sollte es doch geworfen sein? Ein Blick auf die Karte verheißt nichts Gutes, doch zunächst möchte ich mir vor Ort ein Bild machen. Dies habe ich nun in drei Etappen getan. Drei mal bin ich die gleiche Straße runtergefahren. Es handelt sich um die Hauptverkehrsstraße durch ein Dörfchen mit grünen Schildern. Hier liegen mittlerweile 11 Tradis auf einer Strecke von ca. 2,5 km.
Die Qualität der Dosen ist unterschiedlich. Manche Dosen wurden mit Aufwand gelegt, andere einfach nur hingeschmissen.
Alle an vermeintlich interessanten Locations gelegt. Stellenweise fragte ich mich, ob der einzige Baum einer Feldwegstrecke wirklich ne Dose verdient, aber das mag jeder für sich entscheiden.
Genau so auch die Frage, ob solche Dosen überhaupt geloggt werden sollten?
Diese hier habe ich einfach nur liegen lassen (und es wäre der SFT gewesen).

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Wenn alle Dosen so lieblos in die Luft bzw. den Baum geschmissen würden, wäre es Zeit für ein neues Hobby.
Ich erinnere mich an meine Anfänge als Ownerin. Da habe ich Dosen in die Welt geschmissen, allerdings wurden wenigstens schöne Stellen bedost (glaube ich). Jugendsünden holen einen ein! Bitte, lieber zukünftiger Owner überlege gut, was Du der Community tolles (an)tust. Lieber Klasse statt Masse! In meinem Homezonen-Fall ist Potential da. Leider auch einiges, was am liebsten wieder ins Archiv wandern sollte.