Manche können es halt

Oft kann man in Blogs über den allgemeinen Verfall von Tradis am Wegesrand lesen. Lieblos hingeworfen, unterirdische Locations, Anwohner und Naturunverträglich.
Das es auch anders geht, durfte ich heute erleben. Auf der Cacherkarte standen Dosen von kloetzchenbildung. Es sollten ein paar am Postdamm in Gütersloh sein.
Ohne groß spoilern zu wollen, liegt jede Dose naturverträglich und ist ein handwerkliches Unikat. Das Team hat sich hier Mühe gemacht. Ich bedanke mich auf diesem Wege für die tollen Tradis am Wegesrand, die meine Mittagspause erhellt haben. Macht weiter so!

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Genügsam?

Sternchen, Schleifchen, Mechanik, Hydraulik, Automatik, Effekte! Kniffliger, besser, höher.
Ist es das, was wir wollen? Nur noch Qualitätscaches mit mindestens x positiven Bewertungen? Und das bei jeder Dose? Geplantes Schleifchencachen für Member only?
Ich will das nicht. Klar bin ich begeistert, wenn ich eine gut gemachte Dose finde, aber ich plane meine Tour nicht danach. Bewertungen sind subjektiv und ich entscheide selbst, was mir gefällt. Ich mag gern nen Filmdöschen an einer schönen Location suchen. Es muss nicht immer „Kaviar“ sein.

Talentfreie Owner

Gestern war ich in homezonefremden Gefilden unterwegs. Andere Städte, andere Caches und unbekannte Owner. Die PQ suchte uns einen Small ganz in der Nähe raus.
lwal0130 und ich freuten uns. Vielleicht ne schöne Coin drin oder wir lassen was da.
Laut Beschreibung handelte es sich um ein Zweitlingswerk. Im Gegensatz zu Erstlingswerken, die manchmal gehörig daneben gehen können (sowohl messtechnisch als auch ausstattungstechnisch) wähnten wir uns in Sicherheit. Falsch gedacht.

Diese Dose hatte alles zu bieten, was man nicht haben will:
1. Eine unterirdische Location (ein Stromkasten an einer Kreuzung innerhalb einer Wohnsiedlung)
2. Eine Ekeltüte drumrum
3. Ein Marmeladenglas
4. Bonbons drin

Mein persönliches Fazit:
Zweitlingswerke können sogar noch schlechter sein, als Erstlingswerke.
Es gibt talentfreie Owner.
Hier gibt es eine Note, damit sich nicht noch mehr Kollegen vor Ort über den Mangel an Qualität ärgern.
Das Drittlingswerk dieses Owners setze ich prophylaktisch auf meine Ignore-Liste.

Dosendiplom

Die Qualitätsdiskussionen der letzten Wochen haben mich nachdenklich gemacht. Wie so viele andere auch. Letztlich geht es bei unserem Hobby um den Spass.
Damit der nicht verloren geht, kommt hier die ultimative (humoristische) Lösung. Die Antwort auf auf low-fun-micros in high-Muggelzonen…. meine Damen und Herren ich präsentiere Ihnen das Dosen-Diplom.
Bevor Newbies auf potentielle Locations losgelassen werden und dem Supermarkt an der Ecke die letzten Tictacdosen rauskaufen, wollen wir ganz fix mal Qualität in die Branche bringen.
Grundvoraussetzung zum Dosenlegen sind mindestens 100 gefundenen Caches unterschiedlicher Natur (Tradis, Multis und Fragezeichen). In regionalen Kreisen wird ein erfahrener Kollege (mindestens 1500 Funde und 10 eigene Caches) abgestellt, der sich um den Nachwuchs kümmert.
Innerhalb eines Wochenendseminares werden die Bereiche „Location“, „Behälterkunde“ „Versteckkunde Basic“ und „Listing“ abgearbeitet.
Nach dem Wochenende kann die Cachegemeinde sicher sein, dass Kaugummidosen mit nem Papierschnipsel als Logbuch an Kindergärten oder Polizeiwachen absolut keine Chance haben. Jeder „Diplomierte“ bekommt ein nettes Icon für das Profil. Schwarze Schafe haben zum Dosenlegen keine Möglichkeit, denn zusätzlich wird eine Cache-Polizei installiert, die sich um die Entfernung von Dosen kümmert, die nicht den Diplom-Standard entsprechen.
Dann haben wir alle wieder ganz viel Spaß und uns lieb!

Wollen wir das? Homogenität? Standards? Cache-Polizei?
Lieber erfreue mich an schönen Dosen, habe Gesprächs- bzw. Lästerstoff für Events und lasse jeden so Cachen wie er mag. Ab und an mal ein paar Tipps, aber nicht in Form von Klugscheißerei.
So mag ich mein Hobby. Und ich halte es so: Mein Maßstab, meine Individualität ist nicht die Eure, muss es auch nicht sein. Und das ist gut so!

Fragen!

Seit ein paar Tagen beschäftigen mich Fragen. Es geht hier um persönliche Einstellungen, Qualitätsansprüche, Jugendsünden, Dosenlegsucht und Dosensuchsucht. Im Zentrum der Frage steht für mich ein Dialog der unterschiedlichen Positionen und das Ganze bitte bewertungsfrei. Individualität statt Gleichmacherei.

Ich habe seit ein paar Tagen das Bedürfnis, mir meine Befindlichkeit von der Seele zu schreiben. Angestoßen über einen kollegialen Blog bzgl. „Häuser der helfenden Hände“ bin ich sehr nachdenklich geworden. In meinem Nahbereich gibt es diese „Serie“ noch nicht, aber dafür stehen bei uns „Säulen“ (Telefonsäulen) sehr hoch im Kurs. Eine ist ja noch witzig, doch mittlerweile ist es eine Flut.

Ich erinnere mich an meine Owneranfänge. Da warnte man mich, Dosen einfach so in die Welt zu schmeißen. Ich sollte mir immer die Frage stellen, ob ich Spaß hätte, meine eigenen Dosen zu suchen. Dieses Kriterieum ist noch heute meine Basis fürs Dosenlegen (so hoffe ich zumindest, aber auch ich kann mich irren). Meine Jugendsünden habe ich bereut und mich schon von mancher verabschiedet – ab ins Archiv. Unumstritten macht Ownerschaft Spaß, geht aber schnell mit einem gewissen Suchtpotential einher (ich schreibe dies aus eigener Erfahrung).

Was auch immer im Einzelen die Motive sein mögen, wirkliche Anerkennung gibt es bei den immer beliebter werdenden Güteklassen der Drive-In-Tradis nicht. So frage ich mich: Habe ich Lust solche Dosen zu suchen? Ich fahre täglich an zwei dieser Art vorbei und habe bis dato nicht angehalten. Ich hab schon Lust, etwas suchen, doch hier ist es keine Suche. Das macht mir persönlich keinen Spaß. Vielleicht kommt sie irgendwann, dann nehm ich diese Dinger mit und hab meine homezone wieder ein bisschen sauberer.
Ich möchte nicht sagen, dass ich was gegen vermeintlich einfache Tradis habe. Dem ist nicht so. Ich habe nur Sorge, dass es zu viele von den „Abholdosen“ gibt, die Locations blockieren können.

Generell stellt sich mir die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen hohen Quoten und schnellen Funden gibt? Wollen wir nur Punkte machen? Geht es uns noch um die Suche? Verändert sich unser Hobby vom Suchen zum Abholen?
Auf letzeres habe ich keine Lust. Da werde ich dann Genusscacher!

Zum Abschluß: Ich möchte niemandem persönlich auf die Füsse steigen. Individualtät statt Gleichmacherei und jeder nach seinem Gusto!
So, nun ist es raus und ich bin sehr gespannt auf Eure Positionen.