Ein Döschen für Joachim

Wer mich über die Netzwerke ein wenig kennt, konnte mitbekommen, dass ich beruflich auf Schloss Bellevue eingeladen war. Dieses Erlebnis hat mich aus unterschiedlichen Gründen sehr beeindruckt. Was das Ganze mit dem Cachen zu tun hat? Ich habe zwischendurch meine Gedanken auf die Reise geschickt und hatte eine Geschichte im Kopf….

Heute ist der Tag. Seit Monaten warte ich und freue mich, habe mich vorbereitet. Koffer gepackt, kleine Recherche, Handgepäck sorgfältig bestückt. Was ist so besonders an diesem Tag? Ich werde politisch wichtigen Boden betreten. Ein bedeutender Ort, zu Gast bei einem bedeutenden Mann. Da muss ich doch, da sollte ich doch, da könnte ich vielleicht….schließlich bin ich Cacherin.

Und genau das wusste wohl das Sicherheitspersonal am Schloss Bellevue auch. Sie nahmen mein Handgepäck besonders unter die Lupe. Schminkutensielen, Kaugummis, Schlüssel, Portemonnaie, Notziblock. Nix Auffälliges. Mit einem Grinsen komme ich aus der Sicherheitsschleuse. Nun muss ich nur noch… Mist. Ich bekomme Gesellschaft. Ein grimmig aussehender Herr mit Sonnenbrille steht neben mir. Seine Geste ist eindeutig: ich sehe dich – in Gebärdensprache. Doch ich wäre keine Cacherin, würde ich mich davon irritieren lassen. Da habe ich doch schon x Muggel erfolgreich ausgetrickst. Ok, der ist zwar nen anderes Kalliber, aber ich liebe Herausforderungen. So mimie ich zunächst die Privat-Papparazi, latsche überall rum ähm natürlich nur bis mir ein weiterer netter Herr Marke Agent X auf die Schulter tippt und verneinend mit dem Finger wedelt.

Berlin 819Innerlich fluchend weiche ich von dannen. Ein Brunnen erweckt meine Aufmerksamkeit, doch bevor ich nur „Dose“ denken kann, steht schon die Sicherheitsfraktion auf dem Schirm. „Was machen Sie da?“ Das ich mich nur abkühlen wollte, haben sie unwirsch geschluckt. An weitere Wasserspielchen ist nun nicht mehr zu denken. Sobald ich mich dem Brunnen nur auf einen Meter nähere, hustet jemand in meinem Nacken. Ok, keine gute Idee.Berlin 750

Ach welch Blumenpracht – falsch gedacht. Es ist nicht ein Herr im Anzug, sondern ein Gärtner, der mich anmault. Nachdem ich ihm Blütenstaub ähm Honig ums Maul geschmiert hab, ob der genialen Bepflanzung, lässt er seine Harke sinken. Aus dem Off erklingt nur „Keine Sorge! Wir passen schon auf!“ Mittlerweile ist das Cache-Verhinderungsschwadron auf 2 Mann angewachsen. Ok ein T5er legen ist hier Schwerstarbeit.

Ob beim Pinkel oder Essen, nie bin ich allein. Egal was ich anstelle, sie erhören die Schlagzahl ähm die Anzahl der Augenpaare. Komme mir fast schon wie ein Promi mit Bodygardtraube vor. Trotzdem grinse ich und halte meine Gefolgschaft auf Trab. Mal hier hin mal dorthin geht die Polonaise. Lustig anzusehen.

Beim Abschied geben mir meine „Bewacher“ mit einem Grinsen die Hand. Schließlich waren sie erfolgreich oder etwa nicht? Wie Cacher arbeiten oft im Team, so geschehen hier. Leider war ein Listing bei GC von vorneherein ausgeschlossen. Wer also die Koos vom schwierigsten T5er haben möchte, schreibe einen Kommentar 😉

P.S.: Diese Geschichte ist abgesehen von meinem realen Besuch auf Schloss Bellevue und der Begegnung mit dem Bundespräsidenten frei erfunden. Nix ist mit Döschen für Joachim 😉

Hoch hinaus

Ich gehöre zur Bodenfraktion. Trotzdem kann ich einen T5er loggen. Niemand hat mir das Logbuch runtergeholt. Nein, im Schweiße (m)eines Angesichts steht nun mein Nick im Logbuch. Wie ich das geschafft habe? Funktioniert nur, weil Herr Schatz so mutig war und die gesamte Mann-bzw. Frauschaft unter einem Account zusammengefasst ist.

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Es war ein toller Tag mit ZähnchenGC und TheAllisonV12. Danke!

LCL – Baum(el)

Baum(el)
Besondere Abart von Baum. Sicherlich muss ich dem Leser dieses Blogs nicht erklären was ein Baum ist. Beschränke ich mich also auf den Bezug zum Geocachen. Davon gibt es nämlich einen, den ich in diesem Artikel besonders berücksichtigen möchte.
Der Baumel ist eine seltene „Frucht“, welche in luftigen Höhen unterschiedlichster Grünpflanzen zu finden ist. Baumel sind nicht essbar, auch wenn er über eine reizvolle Füllung, das Mana der Adrenalinjunkies, verfügen. Manche Baumel „wachsen“ sogar unter Brücken oder an Bergen.
Wenn Geocacher nach Baumeln lechzen, dann müssen sie sich vollständig identifizieren und bevor sie der Füllung habhaft werden können, selbst zum Baumel werden.
Achtung: Baumel können süchtig machen!

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Ein Baumel oder ein Fake? Wer ein Baumelbild hat, kann es gerne posten.

Sissicacher und Vorbeifahrlogger

Meine lieben Freunde des Geocachens!
Heute möchte ich euch zwei Krankheitbilder des Cachens näher bringen. Den Sissicacher und den Vorbeifahrlogger.

Der Sissicacher ist ein Typ Dosensucher, dem die Fähigkeit zum Detail abhanden gekommen ist. Er wagt sich weder in luftige Höhen noch ins Wasser oder Gelände schwierigster Art. Trotzdem loggt er Caches dieser Güteklasse online. Ein typischer Log klingt etwa so:
„Heute habe ich die Dose im Baum gesehen.“
Der Sissicacher wird getrieben von einem enormen Wunsch nach Anerkennung und Punktehascherei. Motiviert durch Gier, das Profil aufzuhübschen (genauer gesagt die T-Wertung) ist er gnadenlos. Er ist im Aktionsverhalten sehr zurückhaltend. Geht keinerlei Risiko ein. Ob aus Weitsicht oder Bequemlichkeit ist individuell verschieden. Menschen dieses Typus reagieren auf den Krankheitsnamen sehr aggressiv. In dem Fall besteht noch Hoffnung. Eine Restspur von (schlechtem) Gewissen meldet sich.
Der Sissicacher spaltet die GC-Community. Einerseits wird er ob seines Defizites belächelt. Andererseits kann man sich enorm über ihn aufregen, sowohl der Owner als auch Kollegen.

Ein wenig extremer ist der Vorbeifahrlogger. Er ist in der Nähe eines Caches, sieht ihn und loggt ihn online. Dabei hätte er durchaus die Fähigkeiten, um sich GC-konform ins Logbuch einzutragen.
Ihm fehlt es an jeglicher Motivation. Er hat das Geocachen in den Grundzügen nicht verstanden. Ihm reicht es, per pedes, Rad oder Auto durch die Gegend zu fahren.
Ein typischer Log sieht etwa so aus:
„Konnte aus dem Auto die Dose sehen. Um Platz zu sparen, habe ich mich nicht eingetragen.“
Über die Gründe kann an dieser Stelle nur spekuliert werden, da diese Exemplare extrem Eventscheu und resistent sind.
Vielleicht liegt Stress zu Grunde oder einfach eine absolut andere Auslebung des Geocachens. Fakt ist, dass sich jeder Owner über sie ärgert.

Wie kann man dem Sissicacher und dem Vorbeifahrlogger helfen?
Konsequent ist es sicherlich, den Log zu löschen. Das muss jeder Owner persönlich entscheiden.
Die Kontaktaufnahme via Mail können lediglich einen Schupps in die richtige Richtung geben. Erzeugen jedoch in den meisten Fällen noch mehr Puls.
Beiden Typen haftet das Siegel „Beratungsrestistent“ an.

Mein persönlicher Tip: Der Selbstbeschiss ist gewiss! Wer es denn nötig hat! Ich ärgere mir keine grauen Haare oder Falten.

Was tut man nicht alles für…

Die folgende kleine Geschichte basiert auf einer real geführten Unterhaltung mit einem lieben Cacherkollegen, die ich in meinschatz-Manier aufgearbeitet habe. Mal sehen, ob sich besagter Kollege darin wiederfinden kann 😉

Jeder hat Wünsche und Träume. Manches lässt sich realisieren. Sunnys Wunsch Nummer eins gehört dazu. Es ist eine Kletterausrüstung. Er will hoch hinaus. Baumeln im Wind. Abhängen mit seinen Kumpels der T5-Fraktion. Er will es mit seinem eigenen Gurt, auf den er eisern hinspart. Doch wie das im Leben so ist, wenn es eher gestern sein soll, wird es doch übermorgen. Das nervt Sunny.
Er entwickelt nun die tollsten Ideen, wie er schnell an das notwendige Kleingeld kommt. Hier ein paar seiner Sparfuchs-Ideen für und aus dem Bereich Geocachen:
1) Bei Events gibt es nur ein Getränk für mich und meine Lieben. Es wird via Strohhalm geteilt.
2) Logbücher werden nicht erneuert, sondern mit Tipex geweisst.
3) Ich bietet mich an, Caches für andere Owner zurückzuhaben, somit habe ich neues Material zum Selbstverbauen.
4) Gelöste Mysteries verschachere an den Meistbietenden.
5) Cachetouren richten sich nach dem Fahrer, der grundsätzlich nicht ich bin. Mittels sozialer Netzwerke ist verabredungstechnisch so einiges möglich.
6) Do-it-himself beim Dosenbau. Schlüsselsteine werden ausgescharbt. Ist gleichzeitig ein gutes Training für die Fingerchen.
Das sind seine ersten Gedanken. Liebe Kollegen seid so gut… Mission „Sunnys Klettergurt“ braucht weitere Anregungen oder einen Sponsor.

Wer helfen möchte, dass Sunny da hinkommt, wo er niemanden mit seinen Sparvorschlägen nerven kann, der kann auch gerne spenden. Ich leite alles vertrauensvoll weiter.

Sunny, wenn Du durch diesen kleinen Artikel schneller zum Ziel kommst… Ich freue mich für Dich!

Und ich will Baumkletterer werden!

Nein, es ist nicht Grisu der kleine Drache, der hier seinen innigsten Wunsch in die Welt trötet. Es ist kein Kinderwunsch auf die Frage “ Was willst Du denn mal werden, wenn Du groß bist!“.

Es ist der Wunsch, den viele T5er Kollegen haben, wenn sie in schwindelnden Höhen baumeln. Ich bewundere jedes Mal den Mut, der mir dazu fehlt. Muss ihn nicht haben.
Ich schaue total gern zu (auch wenn ich schon beim Zusehen angespannt bin). So passiert gestern.
Zusammen mit TheAllisionV12 und ZähnchenGC hatte sich Familie Schatz zum Klettern verabredet. Herr Schatz wollte gern in schwindelnde Höhen.

T5er brauchen Zeit und Ruhe. Allein der Einbau des Seiles kann bisweilen dauern. Manchmal sitzt der erste Schuss sofort, manchmal muss man u.a. eine Zwischenmissionen einschieben (Bsp. Mission Rettung des Wurfsacks). Dann die eigentliche Kletterei, Adrenalin und Schweiss bringen zur Dose. Und so leicht wie das Ganze ausschaut, ist es nicht. Das hat Herr Schatz gestern am eigenen Leib erfahren. Aller Anfang ist schwer und ein paar Meter (Zentimeter) über den Boden, sind ein Schritt zum Ziel. Genau genommen ein Schritt mehr als ich persönlich machen würde. Aber, wie genial ist doch Geocachen, ich muss das auch garnicht. Ich bin kein schlechterer Cacher, wenn mein Profil im hohen T-Bereich leer ist. In der Vergangenheit bekam ich auf Events immer wieder Disskussionen zum Thema mit. Ihr T5er meint, seid was besseres. Nö! Ich habe mit den Baumbezwingern keine Probleme, so lange sie mich nötigen, es ihnen gleich zu tun.
Zusehen macht Spaß. Wer sich traut, der kann so einiges lernen. Und zwar fürs Leben! Fragt mal Schatz Junior. Er lernte gestern u.a., Mut brauchen nicht nur Kinder, sondern ebenfalls Erwachsene und wenn man groß und stark ist, klappt auch nicht alles. Kritisch betrachte ich in diesem Zusammenhang die „Sissicacher“ (nicht selbst hochgeklettert). Um einen T5 loggen zu dürfen, muss ich was tun, sonst bin ich ein Mogler, ein Spielverderber!

Was die Bäume angeht… Vorsicht!
Sie haben ein enormes Suchtpotential und das steht auf der Packung nicht drauf 😉
Ich kenne so einige T5-Junkies. Muss lächeln, wenn ich höre, was sie so alles anstellen, um ihre Ausrüstung erweitern zu können („Beim Event gibt es ab sofort nur noch ein Getränk mit Strohalmen, an besten noch die für Sangria, in vier Teile geschnitten. So komme ich schneller zum Gurt!“)

Leute, ihr bzw. wir sind schon ein klasse Völkchen mit so herrlich verrückten Unikaten (LG an Alex Schweigert, der sogar den Deich hochklettert). Toll dass ich dazugehöre!